Die in nerlichen kriege der Jungfern bey der Br. und Fr. Hochzeit. Der Braut Bru...
Bekenn es liebstes kind ist in den Jungfern-hertzen
(die schwester kan es ja dem bruder wohl gestehn )
Nicht lauter krieg und streit von viel verborgnen schmertzen
Wo die gedancken stets erhitzt zu felde gehn?
Von aussen könnt ihr zwar als friedens-engel scheinen
Wie langsam rühret ihr mund auge fuß und hand?
Nicht gerne regt ihr euch nur daß wir sollen meynen
Es sey nichts anders euch als fried und ruh bekannt.
Jhr rühmet nur ein still und Gott-gelaßnes leben
Jhr sucht das paradieß in banger einsamkeit
Und wollt daß wir noch itzt den Römern beyfall geben
Der friede habe sich in Nymphen eingekleidt.
Allein wir kennen auch die Pallas und Bellonen
Die man als weiber einst den kriegen vorgesetzt;
Wir wissen wie vorhin die tapfern Amazonen
So manch geruhig volck mit spieß und schwerdt verletzt.
Euch zwar wird kein solch hertz itzt ferner zugetrauet
Denn wenn ihr offtmahls nur ein rostiges geschoß
Das ungeladen ist in einem zimmer schauet
So laufft ihr noch so weit aus furcht es gehe loß.
Ein schatten weiß euch schon mit tausend furcht zu drücken
Das riesen dünckt euch offt ein feld-geschrey zu seyn.
Jhr sprecht wenn etwas schallt: das war ein schuß aus stücken
Und wenn ein blat sich regt: itzt fällt der himmel ein.
Vor mäusen flieht ihr ja gleich als vor wilden bären
Jhr könnt so wenig blitz als blancke degen sehn.
Soldaten scheuet ihr als wenn es teufel wären
Erblickt ihr menschen-blut so ists umb euch geschehn.
Jedoch so wenig ihr mit händen kriege führet
So häuffig habet ihr im hertzen kampff und streit
Indem euch innerlich die unruh heftig rühret
Ob ihr von aussen schon als Quietisten seyd.
Ein liebes mannsbild darf euch nur vor augen kommen
So klopfft das hertze schon und schläget lärmen an
Die seuffzer blasen sturm die brust wird eingenommen
Und fühlet was der brand entzündter seelen kan.
Hier streitet lieb und haß dort kämpffet furcht und hoffen:
Die lust will einen kuß die scham läst keinen zu
Die zucht verschliest das hertz die liebe macht es offen
Jhr schlaft als wie zur zeit des krieges ohne ruh.
Nun Schwester zeige mir daß ich hier nichts erdichte
Sprich: mir war selber so mit meinem Bräutigam
Als mir sein werther stand und schönheit ins gesichte
Und sein gelehrter witz in die gedancken kam.
Ich ward in einen streit itzt hin itzt her gerissen.
Bald sprach mein blöder mund zu seinem bitten: nein
Bald aber wieder: ja. Ich konte nichts entschlüssen
Und schien wol dazumal nicht Friedrichin zu seyn.
Wohlan! bekenne nur ich lobe deine treue
Die Jungfern gehn ohndem dich künfftig nicht mehr an.
Schreib statt der antwort mir daß dich mein reim erfreue
Weil ich dem Nymphen-volck damit ihr recht gethan.
Indeß geneuß nunmehr die edlen friedens-früchte
Und nimm nach kampf und streit die sieges-eronen hin.
Der tag der heute scheint mit angenehmen lichte
Bringt vor dem hertzens-krieg die ruhe zum gewinn.
Doch wo ihr diese nacht noch miteinander krieget
So sol (geht diesen schluß vor allen dingen ein )
Das überwundne theil das etwan untenlieget
Stets jährlichen tribut dem andern schuldig seyn.