Die lange Nacht

By Hans Aßmann von Abschatz

Written 1672-01-01 - 1672-01-01

Ihr faulen Stunden ihr wie währet ihr so lange!

Der sonsten frühe Tag hält seinen Einzug auff

Der Sternen muntre Schaar steht still in vollem Lauff

Matuta lässet nach von ihrem schnellen Gange.

O Himmel der mit sich die Himmels-Lichter ziehet,

O Kreiß der sonst den Weg weist andern Kreißen an

Was hat mein Unschuld doch zuwider dir gethan

Daß man zur Plage mir dich also langsam siehet.

Minuten sind mir Tag und Stunden sind mir Jahre

Der Zeit geschwinde Füß und Flügel sind von Bley.

Ich glaube daß die Nacht der Zimber kürtzer sey

Und ich für meinem Tod ihr Ende nicht erfahre.

Penelope beschwert von vieler Freyer Menge

Löst auff den Abend auff was sie den Tag gemacht:

Ich schwere Phöbus geht zurücke bey der Nacht

Damit er seinen Weg und meine Pein verlänge.