Die lehrenden Sonnenblumen.
Sonnenblumen! eure Lehren,
Will ich jetzo sehn und hören,
Die ihr in vergüldter Pracht
Mit dem rund geformten Kreise
Nach der Sonnen Licht und Reise
Euren Stand und Wendung macht.
Stellet man euch vors Gesichte,
So könt ihr dem Himmels Lichte
An Figur und an dem Schein
An dem Majestätschen Prangen,
Auf den grün bewachsnen Stangen
Wo nicht gleich doch ähnlich sein.
Auf der Erden Lustgefilde
Traget ihr der Sonnenbilde
Dieses müssen wir gestehn:
Möchten wir uns auch befleissen,
Da wir
Daß sein Bild an uns zu sehn.
Jhr heist recht die Sonnenwende
Weil ihr mit dem spizzen Ende
Euch zur Mittags Gegend neigt,
Dadurch wird, wie wir auf Erden,
Auch schon sollen himlisch werden
Uns zur Lehre angezeigt.
Möchten sich der Menschen Sinne,
Zu dem HErrn der Himmels Zinne
Also lenken wie die Blum
Ach! so würden unsre Seelen,
Sich mit
Der ihr höchstes Eigenthum.
Euer Nahm stammt von der Sonne,
Weil ihr euch mit eurer Wonne,
Nach derselben Strahlen lenkt:
Nahm und That stimmt hier zusammen
Wenn bei einen Christen Nahmen
Dies ein Christe auch bedenkt:
Ach! so würden auf der Erden
Nicht so viel gefunden werden
Die nur Christen nach den Schein:
Aber durch ihr ganzes Leben,
Deutlich zu verstehen geben,
Daß sie warlich Heiden sein.