Die liebe steigt nicht über sich sondern unter sich.

By Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau

Dein auge solte mir zum tempel neulich dienen

Allein der grosse brand that meiner seelen weh:

Drum zog sie sich hinab zu deiner wollust see

Und kühlte wieder sich mit nectar und rosienen.

Sie tranck und ward beräuscht aus deinen mund-rubinen

Und taumelte von dar auff deiner brüste schnee

Die zweyen bergen gleich von wegen ihrer höh

Am gipffel etwas roth sonst gantz beeiset schienen.

Doch weil hier kälte war sie aber nackt und bloß

So kroch sie endlich gar in deinen warmen schooß

Da ward ihr allererst ihr lager angezeiget.

Climene zürne nicht. Sie folget der Natur

Sie geht den reglen nach und hält der liebe spur

Die mehrmahls unter sich nicht aber auffwärts steiget.