Die Lust des süssen Todes.

By Johann Georg Gressel

Die süsse Hefftigkeit der allerschönsten Lust

Ließ

Die da sein Himmelreich und Seele seiner Brust

Der

Und in die Sclaverey des schönsten Gottes bringet.

Doch

Sie wolt mit ihm zugleich in solcher Lust verderben.

Denn

Und lehnte sich aus Zwang auf seinen Schäffer-Stab;

Doch da er leben wolt starb er zu tausendmahlen

Als unterdessen nun auf ihrer schönen Brust

Der Schäffer Himmels-Kost geschmeckt in voller Lust

Und sie sein Sterben sah und seine Liebes-Quaalen

Sprach sie mit sanffter Stimm’ und einem schwachen Blicke:

Mein liebster Schäffer stirb ihr Geister weicht zurücke

Die

So starb nun dieses Paar indem es sich erhitzte

Doch

So wie mein Leben stirbt so wil ich auch verderben

Stirb liebste

Wenn du mein Leben stirbst ich nicht mehr leben kan - - - -

So sind die Liebenden in Anmuth hingestorben

Doch sie durch einen Tod der voller Lust verdorben

Und dessen Lust verdient daß man um todt zu seyn

Von neuem tausend mahl schöpfft Geist und Odem ein

Weil ihre Sterbens-Pein zu neuen Lüsten nützte.