Die männer auch nicht.

By Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau

Ein mann sey wie er immer sey

So wird ihm doch was fehlen;

Der säuffer legt das geld nicht bey

Er jagt es durch die kehlen;

Der jung ist liederlicher art

Und nascht gern auf der seiten;

Der alte ist ein nößelbart

Und kan wol nicht zu zeiten.

Der geitz des reichen leidet noth

Bey seinem vollen kasten;

Der arme läst bey schwartzem brodt

Das arme weibchen fasten.

Der krieger ist kein courtisan

Und macht es nicht fein sachte;

Dem keuschen kommts nicht allzeit an;

Dem wilden alle nachte.

Der hochgelahrte ist erpicht

Allein auf seine bücher;

Der ignorant taugt folgends nicht

Und ist noch wunderlicher.

Mit kurtzem: es bleibt wohl dabey

Und ist nicht zu verhehlen;

Ein mann sey wie er immer sey

So wird ihm doch was fehlen.

Ich muß Eudoxe dir und Creon doch entdecken

Wie ich euch gestern sah verbotner speise schmecken:

Denn da ihr beyderseits gantz sicher dacht zu seyn

So guckt ich unverhofft zum schlüssel-loch hinein.

Doch weil ich schweigen kan so soll kein mensch nicht wissen

Daß ihr euch öffters so pflegt ingeheim zu küssen.

Nur dieses rath ich euch und bitte folgt mir doch;

Wolt ihrs noch weiter thun verstopfft das schlüssel-loch.