Die mannigfaltigen Wolltha- ten GOttes, die der Mensch in sei- nem Leben geniess...

By Johann Justus Ebeling

Es überzählt kein Mensch das Gute was GOtt giebt,

Der seine Kreatur mit ewger Güte

Denn alles was wir in, und an, und

Sind von der höchsten Huld ge-

Die erste Wollthat ist, daß er uns hat gemacht,

Und aus der Möglichkeit zur Würklichkeit gebracht,

Das

In einer Dunkelheit des Kerkers auch erhalten;

Und an das Licht gebracht durch seine Wunderhand,

Und das er uns gesezt in dieses sichtbahr Land

Der aufgebauten Welt, wo wir als Menschen woh-

Die über das Geschöpf mit edler Herrschafft thro-

Der Mensch hat

Und was vor Wollthat ists, daß man vernünstig

Wie viele Gaben sind mit unsern Geist verbunden?

Die wir als Kräfte drin in reger Würkung funden?

Es zeigt sich der

Das Auge unsrer Seel das mit geschärfter Kraft,

So viele Dinge sieht, das weislich überdenket,

Und durch sein helles Licht des Willens Triebe lenket.

Da äusert sich der

Die vieles übersieht in einer kurzen Zeit;

Und die Erhalterin der eingedrukten Lehren,

Die wir mit Augen sehn, und mit den Ohren hören.

Ist das

Und das uns in den Stand des wahren Glüks ver-

Dadurch was längst geschehn, uns gegenwärtig

Wenn man was wichtig ist, demselben einverleibet?

Die

Ist

Man seh den

Und welche Triebe er zu unsern Wollsein heget:

So sehen wir daraus, daß unsre Seel ein Geist,

Der billig unser Schaz und gröstes Kleinodt heist.

Durch den Verstand sind wir vom Schöpfer aus-

Und weil uns die Vernunft mit unsern Thun regie-

So ist der Vorzug klar der uns vor dem was lebt,

Ja! über jedes Thier in aller Welt erhebt;

Den Geist hat

Woran so manches Glied; so manches wird gefunden,

Das eine Wollthat heist, die keiner schäzen kan,

Als wer bei dem Gebrauch sieht deren Nuzen an.

Last uns zu erst nur sehn der

Der Augen Wunderglas, das Ohr damit wir hö-

Die Zunge die da schmekt was uns vor Süßigkeit,

In jeder Kreatur des Schöpfers Huld anbeut;

Der Nasen Wunderbau dadurch die Dünste fliegen,

Die auch durch das Gehirn die Seele selbst vergnügen

Mit lieblichen Geruch, den unser Geist selbst schmekt,

Als eine Süßigkeit ganz unbegreiflich lekt.

Wie wunderbahr ist es, daß das Gefühl, Empfinden,

Sich kan mit jedem Glied, das es bemerkt verbinden.

O! welche grosse Zahl von Gaben wird gezählt;

Die draus in uns entstehn das

Mit einem Leibes-Bau, der auf dem Erdenkreise,

Das herrlichste Geschöpf, das künstlichste Gehäuse!

Obgleich so mancher Theil an unsern Körper hängt,

Wodurch der ganze Bau so wunderbahr verschränkt;

So ist doch gar kein Glied, das uns nicht deutlich zei-

Wie sehr der Schöpfer uns durch seine Huld genei-

Des Hauptes Theile sind vor allen wunderbahr,

Die

Und was stekt überdem in diesen Wunderhölen,

Wie herrlich ists

Der

Des

Der

Dadurch wir Othem ziehn, dadurch wir Lufft aus-

Der

Der

Des

Der ausgestrekte

Und was am Haupt noch mehr vor Stükke zu be-

Die können

Und was sind nicht noch mehr vor grosse Wunder-

Die wir am Leibe selbst, von ihm empfangen ha-

Der

Der

Und der

Des

Der

Der

Der

Und was der Schöpfer mehr zum Leibe auserlesen,

Sind Gaben deren Nuz man alle Stunden sieht,

Wenn man bei dem Geschäft der Erden sich be-

Die

In

Der

Und in der keuschen Seel Verwunderung erwekt,

Der

Die sich bewundernswerth an unsern Körper deh-

Der

Der

Von Kopfe bis zum Fuß, und was wir nur besizen,

Womit wir unsern Leib erhalten und beschüzen,

Gehöret alles mit in das Register ein,

Worin der Gaben Meng mit Recht gezeichnet seyn;

Die

Gesund und unverlezt zu unsern Nuz erhalten.

Welch eine grosse Zahl, wenn man es überdenkt

Wird zur Erhaltung uns im Reich der Welt ge-

In diesem Wohnhaus nährt uns

Die uns vergnügt, erquikt durch ihre helle Wonne,

Welch Gutes findet sich im Reiche der Natur?

Welch mancherlei Geschenk, da auf der Lüfte Spur,

So mancher

Vor mannigfaltge Art von

Was wimmelt in den

Nicht vor ein schuppigt Heer vor eine

Wohin das Auge sieht auf

Kan es des Schöpfers Güt in lauter Gaben fin-

Gesunde

Der

Der

Das

Der Schaafe sanffte

Der Seidenwürmer

Der Thiere starke

Worauf wir uns in Ruh bei stiller Nacht ausstrek-

Der

Der Bäume safftig

Und was die Nothdurfft braucht, was zum be-

Dies alles hat uns GOtt zur Wollthat hergege-

Wir haben

Was aus der Erde grünt, was aus den Bäumen

Wir haben auch dabei in allen Jahres Zeiten,

Was uns vergnügte Lust der Sinnen kan bereiten.

Der Frühling bringet uns so mancher

Und was hat die Natur zur Sommers Zeit ver-

Der Herbst erquikket uns mit Obst gereiften Früch-

Und füllt die Kammern an, mit

Der Erden finstrer Bauch giebt mancherlei

Das Meer wirfft

Von

Die

Noch manches Kleinod mit, als hellen Diamant

Und andre

Damit ich vieles nenn in angenehmer Kürze.

Der Schöpfer schenket uns bei solchen Ueberflus,

Auch Mittel,

Der unser Herz beschwert mit allen Krankheits

Mit ihrer bangen Noth aus unsern Gliedern jagen.

Er giebet uns den

Nach einer sauren Müh, und schweren Tageslast;

Er schenket uns auch noch durch die erfundnen

Ein tausendfaches Gut,

Und was man sonsten braucht bei seiner Lebens-

Zur Nothdurfft vor dem Leib, und zur Bequem-

Er schenket uns zur Lust bei denen Ruhe-Stun-

Was scharfer Wiz erdacht, was Kunst und Fleis

Er giebet in dem Staat, die

Durch die Regierungs-Form in

Und andre Güter mehr; Er giebet

Die durch den Fleis erzeugt, und in der Seele

Er theilet

Er segnet durch die Eh

Schenkt

Mit einem Wort er giebt,

Er segnet Seel und Leib; vergnügt uns auf der

Da er so vielerlei, als Gaben dargestellt;

Die wir mit einen mahl gleich übersehen können,

Wenn wir sie

Wenn wir von der Natur zum Reich der Gnaden

Was er uns da geschenkt, mit Andacht über-

So kriegen wir auch da im Offenbahrungs-

Der Güte Wunderzahl erstaunend ins Gesichte.

Der Schöpfer hat uns auch den eingebohrnen

Als ein Geschenk gesand, von seinem Himmels-

Die Sünder, wie wir sind, vom Elend, von den

Durch sein vergoßnes

Er schenket uns sein

Wie unser Herze wird zum höchsten Gut bekehrt;

Er giebt durch seinen Geist uns seine Gnaden-Trie-

Zum

Er sendet

Der Warheit

Und die

Hat er aus Gnaden uns vor den Verfall beschirmet.

Er reicht die

Und bringet unser Herz zur seelgen

Versiegelt es dabei mit denen Gnadenschäzzen,

Die uns in jener Welt in dem Genus ergözzen,

Er macht die Menschen hier in dieser Probezeit,

Durch seinen Gnadenzug geschikt zur

Berechnet nun hieraus was wir vor viele Gaben

Auch in dem Gnadenreich von

Wie gros ist nicht die Zahl, die wir jezt vorgestellt,

Was uns von

Wie vieles ist nicht noch, wie leichtlich zu ermes-

Was wir bei solcher Meng zu zählen jezt verges-

Des Höchsten Güt ist gros, kein einzger Tag ver-

Da seine milde Hand nicht immer offen steht;

Ein jeder wer er ist, der muß hier eingestehen,

Daß ihm viel Gutes sey an Leib und Seel geschehen;

Ein jeder der nur noch etwas Empfindung hat,

Erkennt die reiche Güt, Barmherzigkeit und Gnad,

Und sagt Verwundrungs-voll mit dankbahren Ge-

O! GOtt wie gros bist du, und deine Wundergüte.

Allein beschämter Mensch voll Unempfindligkeit!

Da

So rechne einmahl nach wie klein der Dank zu nen-

Denn wir dem HErrn der Welt vor so viel Gutes

Je mehr der Schöpfer giebt, je mehr verlangen wir,

Der Mensch ist undankbahr ein unersätlich Thier.

Er pflegt die Gaben nicht, die Dinge nur zu zäh-

Die seiner Gierigkeit beim Ueberflusse fehlen.

Er hat niemahls genug, die Unvergnügsamkeit,

Die zeugt den Plagegeist die Unzufriedenheit,

Die macht ihn undankbar, und scheucht ihn alle

Mit einem schwarzen Heer verbotner Nahrungssor-

Gesezt daß einem dies, dem andern jenes sehlt,

Wie thörigt ist es nicht wenn man sich drüber quält,

Mit Gram darüber murrt; die Weisheit weis was

Der Vorsicht Auge schaut vom hohen Himmels

Wie sieht der Mensch so scheel das

Daß er die Nichtigkeit darüber gar vergißt:

Ach laßt uns allemahl des Höchsten Gnadenzei-

Das menschliche Verdienst im Richtigkeit verglei-

So werden wir gewahr das jene herrlich seyn,

Und dieses sehr gering, verwerflich, arm und klein:

So werden wir daraus in Deutligkeit erkennen,

Daß wir aus Gnaden nur, mit Recht nichts fordern