Die Maus.

By Barthold Heinrich Brockes

Dieses ist ein kleines, zierlichs, aber ein sehr schäd-

lichs Thier

So im Haus’ als auf dem Felde. Es verursacht dort

und hier

Oefters ungemeinen Schaden, so daß sie, mehr uns zu

strafen,

Als uns Nutzen zu verschaffen,

Mehrentheils erzeuget scheinen; sonderlich, wenn sie sich

mehren,

Wie sie denn besonders fruchtbar, da sie leicht die Saat

verheeren

Und des Landmanns ganze Hoffnung oft betrübt genug

verzehren.

Doch wird eine weise Vorsicht auch hiebey mit Recht er-

kannt,

Da sie, welches wir nicht fassen, von sich selber aufzu-

hören

Und als zu verschwinden scheinen, da gewiß ein ganzes

Land

Sonst, wenn dieses nicht geschähe, nur durch Mäuse

bloß, zur Wüste

Werden müßte.

Denn es wäre zu erweisen, daß, von einer Maus

allein,

Auf die Art, wie sie sich mehren, über hundert und noch

mehr

Bloß in einer Jahreszeit würde ausgehecket seyn.

Welche schreckliche Vermehrung! Welch ein ungezähltes

Heer,