Die Mutter der Gracchen

By Gottlieb Konrad Pfeffel

Written 1768-01-01 - 1768-01-01

Heil, Heil'dem Weib, das seine Zierde

Nicht fremden Zonen stiehlt,

Und, wie Cornelia, die Würde

Des Muttertitels fühlt!

Einst gab ein fremdes Frauenzimmer

Ihr einen Staatsbesuch;

Ihr ganzer Leib war lauter Schimmer

Und lauter Wohlgeruch.

Die Nymphe schwatzt von Putz und Kleide,

So pflegt es noch zu gehn;

Und endlich wünscht sie das Geschmeide

Der Römerin zu sehn.

Cornelia winkt ihren Söhnen,

Und als sie sich genaht,

So sprach sie zu der eiteln Schönen:

Hier diese sind mein Staat.

Wie manche Dame wird hier lachen,

Auch du, Geliebte? – Nein,

Nein! die Gebährerin der Gracchen

Wird stets dein Vorbild seyn.