Die Nacht der Liebe.
Tief Mitternacht
Ist rings im Walde. Der Sturm erwacht.
Aus grauser Wolke der Donner rollt.
Aus dunkler Ferne das Weltmeer grollt.
Das Weltmeer grollt
Aus dunkler Ferne. Der Donner rollt.
Des Hirschen Brüllen den Forst durchschallt.
Des Sturmwinds Rauschen durchbraust den Wald.
Dumpf braust der Wald.
Des Hirschen Brüllen den Forst durchschallt.
Der Hagel rasselt. Der Regen schwirrt.
Die Sparren ächzen. Das Fenster klirrt.
Das Fenster klirrt.
Der Hagel rasselt. Der Regen schwirrt.
Die Nacht ist schaurig. Doch lieb und warm
Liegt mir die Holde im trauten Arm.
Im trauten Arm
Liegt, ach, die Holde mir lieb und warm,
Mich fest umflechtend. Die Zauberluft
Durchwürzt ihr Athem mit Veilchenduft.
Mit Veilchenduft
Durchwürzt ihr Athem die Zauberluft.
Von süssem Ahnen die Brust erschwillt.
Ambrosisches Labsal der Lipp' entquillt.
Der Lipp' entquillt
Ambrosisches Labsal. Ihr Busen schwillt
Von süssem Ahnen. Ihr schlagend Herz
Durchströmen Schauder von Lust und Schmerz.
Ach, Lust und Schmerz
Durchströmen schaudernd ihr schlagend Herz.
Ihr süsses Girren, ihr Nektarkuss
Verschönt zum Olymp den Erebus.
Den Erebus
Verschönt zum Olymp ihr Nektarkuss — —
— — O weh, es dämmert. Der Tag erwacht.
Ach säume, säume, zu süsse Nacht.
Zu süsse Nacht!
Ach säume, säume, der Tag erwacht.
Die Feuerblume der Früh' entglimmt.
In wallenden Gluthen der Osten flimmt.
Der Osten flimmt,
Die Feuerblume der Früh' entglimmt.
Erwach, Geliebte, erwach! erwach!
Der Liebe Freuden verräth der Tag.
Erwach! erwach!
Der Liebe Freuden verräth der Tag.
O Tag, wo des Lauschers Auge wacht,
Weich' eilend der süssen verschwiegnen Nacht.