Die Nachtzeit als eine Woll- that GOttes.

By Johann Justus Ebeling

Mein Geist der war vom Denken müde, und auch die Kraft der Sinnen mat,

Als sich das helle Licht der Sonnen,

Den Abendgrenzen näher zog. Die A-

Und ehe man es sich versah, war alles

Die Augen konnten nicht mehr sehen. Ich sprach:

Ist nun auch abermahl vollendet: Nun ist die süsse

Ich legte Buch und Feder hin, und bei der Rast

Erholte sich der matte Geist, in einer stillen Ruhe

Ich wurde recht in

Und breitete die schwarzen Schatten; es wurden an

Die Nachtlaternen, die Gestirn uns sichtbahr in den

Ich sah sie an dem Firmament, in einer stillen Klar-

Der Schlaf durchkroch zulezt die Glieder; die Stil-

Es stöhrte mich nicht in der Ruhe, der hellen Sonne

Es war der Schatten schwarzer Nacht, an dem be-

Als wie ein Vorhang ausgespannt, und um mein

Ich leg in denen weichen Federn, und schlief bei die-

Bis deß die Morgenröth erwachte, die mich erwek-

Mein Geist war munter und der Leib verspürte zu

Da sich die Nerven aufgespannt, auch wieder die

Es fiel mr zu des Schöpfers Preise, des Morgens

Sehr weislich zu des Menschen Leben und zu der

Dieweil der Schlaf uns nüzlich ist, des Leibes Kräfte

Sonst würde unsers Leibes Bau gar bald ermatten

Sonst könnten unsre äusre Sinnen, auch nicht so

Es müsten aller Nerven Kräfte, wenn sie stets auf-

Die Nacht ist gut auch vor dem Geist; der wird

Auf eine wunderbahre Art beim stillen Schlummer

Die Sinnen unsrer Seelen Wächter, die geben.

Weil alles in der Stille lieget, was auser uns vor-

Der Augen Vorhang schliest sich zu: Wir können

Sonst würde bei der stillen Ruh, verwirrte Unruh

Die Nacht und deren ihr Geselle, der Schlaf bringt

Und dienet, wie wir schon gehöret, auch der Gesund-

Der Schlaf ist zu dem Wachsthum gut der Jugend;

Bei ihrer guten Leibeskraft, noch länger daurhaft

Der Schlaf ist bei gesunden Tagen ein Mittel da-

In einem warmen Bette kommen; da wir wenn un-

Die sanfte Ausdünstung verspürn, dadurch der Un-

Der unsern Körper träge macht, wenn er in Haut

Der Schlaf ist gut auch für die Kranken, und dienet

Wenn sie nur erst zum Schlummer kommen; so merkt

Die Nacht flößt manches Labsal ein, den Armen

Und sich nach einer sauren Last des Tages, wiederum

Je grösser unsre Last gewesen, je süsser ist hernach

Wenn uns die Nacht zu Bette winket, und drükket

Die Nacht vertreibet auch das Heer der überhäuften

Und macht uns von demselben frei, bis wieder auf

Da dieses Heer des freßgen Kummers, von neuen

Und uns bei vielen eitlen Grillen, die Last des Tages

Wer dieses achtsam überdenkt, der spüret seines Schöp-

Die er uns durch den Schlaf mittheilt, mit recht er-

Der HErr der ordnet alle Zeiten, er fördert ihre

Wie weislich ist nun nicht geordnet, die Wunder-

Da er die Nacht stets nach dem Tag, läßt unverrük-

Wenn man davon den Zwek erwegt; so kan man

Der Vortheil den die Nacht uns giebet, die Ruhe

Sind süsse Gaben unsers Schöpfers, wenn man es

Die Wollthat die dadurch der Leib, und auch die

Kommt aus der einzgen Quelle her, woraus das

Ach!

Wenn sie gar sanft und süß geschlaffen, zu deinem

Der Schlummer der Gewohnheit ists der unser Herz

Daß es bei dem genoßnen Gut, doch immer uner-

Drum sage mir du blinder Mensche! der du den süs-

Und durch des Schöpfers holde Güte, so ofte munter

Wie ofte hast du ihm gedankt, daß er die Nachtzeit

Auf jedem Tag daran man wirkt, nach weiser

Du hast darauf dich nie besonnen; das lehrt die Un-

Die dich bishero eingewieget. Drum wache auf, es

Und preise

Und Herze, Zunge, Mund und Hand mit ihren

Gedenke künftig alle Morgen, wenn Nacht und

Und deine Munterkeit der Sinnen, den süssen Schlum-

Wie gütig unser Schöpfer sey; und wie er nach den

Zur Nachtzeit wieder lindern kann, die Kummer-vol-

Verspürst du neue Lebens Kräfte; so brauche sie auf

Zu dein und deines Nächsten Nuzzen; und zu des

Bis daß dich dreinst die lange Nacht, nach diesen

Wird in dem Schoos der Ewigkeit, die allersüßte