Die sieben Worte unsers Erlösers

By Hans Aßmann von Abschatz

Written 1672-01-01 - 1672-01-01

Man nimmt die letzten Wort' in Acht

Die unsre Freunde vorgebracht

Wer wolte das nicht fassen

Was Jesus der uns selig macht

Am Creutz hat hinterlassen.

Erst Jesus zu dem Vater spricht:

Räch an dem blinden Volcke nicht

Was sie an mir verüben

So ist er biß das Leben bricht

Der Feinde Freund geblieben.

Des Herren ander Wort erfreut

Den Schächer der mit Reu und Leid

Der Sünden war umgeben:

Ich sage dir du wirst noch heut

Im Himmel mit mir leben.

Der Herr stellt der bedrängten Schaar

Sein sorgend Vater-Hertze dar

Läst ihnen Schutz und Segen

Nimmt der betrübten Mutter wahr

Heist ihr den Jünger pflegen.

Ihn dürstet nach der Menschen Heyl

Ihn dürstet weil des Höchsten Pfeil

Der Glieder Safft verkreischet;

Ach dencke daß er auch ein Theil

Buß-Thränen von dir heischet!

Merck auff o Hertz und dencke nach

Warum er zu dem Vater sprach:

Wie hast du mich verlassen.

So schwer ists was der Mensch verbrach

Auff seine Schultern fassen!

Es ist vollbracht die Schrifft erfüllt

Die Schuld bezahlt der Zorn gestillt

Hört man den Heyland ruffen.

Diß Wort draus Trost und Leben quillt

Hält uns den Himmel offen!

O Vater meinen matten Geist

Der sich nunmehr vom Leibe reist

Befehl ich deinen Händen!

Wer so versorgt das Leben schleust

Kan seliglich vollenden.

Ach Worte voller Lebens-Safft!

Bin ich mit Sorg und Angst behafft

Erschreckt mich Tod und Sünde

So hilff daß ich derselben Krafft

O Jesu stets empfinde.