Die Sonne läßt mich stehen

By Max Dauthendey

Written 1892-01-01 - 1892-01-01

Die Sonne sank, das Land ward rot,

Bis alles Feuer in dem Meer ertrank.

Ein Dämmerstreifen blieb. Der Tag ist tot.

Der Tag, der hier an mir vorübergeht –

Spurlos wie Luft, die über Wasser weht –

Der Tag sagt morgens schon und winkt: „Komm, es ist spät.

Eil dich, die Heimat und die Liebste flehen.“

Doch ach, die Sonne steigt und sinkt

Und läßt mich stehen.