Die stille Wiese

By Wilhelm Busch

Written 1870-01-01 - 1870-01-01

Knopp begibt sich weiter fort

Bis an einen stillen Ort.

Hier auf dieser Blumenwiese,

Denn geeignet scheinet diese,

Kann, er sich gemütlich setzen,

Um die Scharte auszuwetzen

Und nach all den Angstgefühlen

Sich ein wenig abzukühlen.

Hier ist alles Fried und Ruh,

Nur ein Häslein schauet zu.

Sieh da kommt der Bauer Jochen.

Knopp hat sich nur leicht verkrochen,

Doch mit Jochen seiner Frau

Nimmt er es schon mehr genau.

Kurz war dieser Aufenthalt.

Und mit Eifer alsobald

Richtet Knopp sein Augenmerk

Auf das angefangne Werk. –

Kaum hat er den Zweck erreicht,

Wird er heftig aufgescheucht,

Und es zeigt sich, ach herrje,

Jetzt sind Damen in der Näh.

Plumps! – Man kommt. – Indes von Knopp

Sieht man nur den Kopf, gottlob! –

Wie erschrak die Gouvernante,

Als sie die Gefahr erkannte.

Ängstlich ruft sie: „O mon dieu!

C'est un homme, fermez les yeux!“

Knopp, auf möglichst schnelle Weise,

Schlüpfet in sein Beingehäuse.

Dann verläßt er diesen Ort

Und begibt sich weiter fort.