Die Stimme GOttes im Hagel.

By Johann Justus Ebeling

Die Luft ist eine Rüstungskammer, dar- in der König aller Welt,

Der starke Zebaoth die Waffen, wo-

Die seiner Allmacht wiederstehn; eröf-

So hört man die Gerechtigkeit, mit ihrer starken

Das sind die brüllenden Carthaunen, die mit den

Aus den von Schwefel schwangren Lüften, als wie

Das siedend Feur, der schnelle Bliz entflammt bey

Und droht die böse sichre Welt, in grausen Dam-

Dies Zeughaus des erhabnen Schöpfers, ist auch

Das sind die runden Hagelkörner, die wenn der

Mit einem pfeiffenden Geheul, von Wind und Wir-

In einen Augenblik bereit die Strafgerichte auszu-

Die die Gerechtigkeit befiehlet. Sie werden in der

Aus denen flatterhaften Flokken des Schnees die

Der sie in ihren Fall auffängt, verhärtet und zu-

Wie durch Erfahrung woll geprüft, der lehrt, der

Die Kugeln des gefrornen Regens, die Klumpen

Die nach des Allerhöchsten Willen, auf seiner stren-

Mit häuffig prasselnden Geräusch, wenn wir vor

Der grünen Hofnung füsse Frucht, der Aekker Korn

Wenn solch ein strenges Hagel-Wetter, das Land

Bey dik geschwärzten Regenwolken, im Frühling

So merkt der Landman daß ein

Daß in dem Reiche der Natur, ein Herrscher der

Der alle Dinge stets regieret, und den ein jedes

Luft, Erde, Feuer und das Gewässer, als seinen

Und bricht der Hagelregen loß; so sieht ein jeder sein

Und wie die Allmacht was gebaut, zu unsrer Stra-

Der Luftkreis hüllet sich ins Dunkle, verdekt der

Das Sinnbild von des Höchsten Gnade; wenn solch

Die Wolken öfnen ihren Schlauch, da hört man

Auf dem besaamten Akkerfeld des Allerhöchsten

Die zu dem Landmann schreklich ruffet:

Die dich als einen eitlen Gözzen, mit lee- ren Dünsten aufgebläht;

Du dachtest da der grüne Schmuk sich auf dem Felde dir gewiesen,

Daß ist es was ich ausgesät; und nicht es sey der GOtt gepriesen,

Der unsre Felder so bekrönet; und uns mit gnädigen Gedein,

Bey einer fett und reichen Erndte, kan durch der Körner Meng erfreun.

Die

Wie sie was sie erheben will, ganz kläglich in dem

Sie schlägt durch die gefrorne Kugeln, die Blüthen

Und drischt das Korn oft vor der Reiffe, auf denen

Und die Gerechtigkeit die stäupt das Feld, daß es

Die von der Eitelkeit beherrscht, wie Würmer in

Und läst die an dem Staube kleben, an den zerknikten

Die Torheit derer Menschen-Kinder, die auf so

Alsdenn zerschmelzt der Bauren Stolz, bey ihrer

Verkehrt sein wildes Jubel-Lied, in eine bange Jam-

Wenn diese Schrekkensstimme thönet, und von den

Und von des Höchsten Wink getrieben, durch sei-

Die Halmen liegen eingeknikt, der Muth ist auch

Der sonst den Landman taumelnd macht, der von

Er hätte schon das in den Scheuren, worauf die

Daß noch bey ungewisser Blüte, in mancherlei Ge-

Der Schöpfer der im Zorn zwar straft; schleust

Die Menschen die da zu ihm schrein, in seine vä-

Er giesset aus den strengen Hagel, der alles was der

Wenn sie in grosser Menge rasseln, in einem mahl

Doch aber zeigt sich seine Güt, bey seines strengen

Wenn Hagel-Wetter wo entstehn in einer treuen

Er läst zum Zeugnis seiner Gnade, die Hagel nicht

Nein! nur in einen sanften Fallen, oft auf die

Da denn die Körner nicht so stark; und nicht so

Als wenn sie in geschwinden Flug, das was sie fas-

Er stäupet oft nur eine Seite und läst die andre ohn-

Zum Zeugnis, daß er in dem Zorne, dennoch ein

Vertilget er die Winterfrucht; so läst er wol aus

Das was in warmen Sommer keimmt, frei von

Ja! seine Güt die ohne Schranken, verriegelt oft

Wenn des erschroknen Sünders Herze in Thränen

Ein Wind treibt oft in schneller Flucht die Wolken

Das gleichsam aller Hagel schmelzt, wenn sanft und

Beherrscher aller Kreaturen! du bist in allen Din-

Bedächte daß stets unsre Seele! erwegte das der

Der Erd und Himmel stürmen will; so würden wir

Den mit der Güt vermischten Ernst, zu unsrer Bes-

Der Lüfte ausgespannte Grenzen, die keines Men-

Sind voll von deinen Schrekkensstimmen, womit

In Augenblikke lernen kanst; daß du ein

Und alles was in der Natur entsteht zu seinen Ziele

Du winkst den Donner; er muß knallen und ist

Du ziehst die Wolken nur zusammen: so regnet es

Der Winde kühler Hauch der bläßt; so bald sind da

Sie gehn auf deinem Eifer loß; so sind sie schon aufs

Und unsre Hofnung liegt zertrümmert. Solls wie-

So blikt das Sonnenlicht im Glanze, mit seinen

Da du ein Herrscher der Natur, der Früchte auf

Der in die Gnaden Arme schleust, den der ihn recht

So laß uns dieses stets bedenken: Ohn dich kan kei-

Was du uns giebest kan man sammlen; Es hilft

Weil nichts ohn deinen Seegen wächst: Wir müs-

Auf deine Vatergüte sehn; so können wir auch

Wir hoffen daß du diese Erndte: die uns der Felder

Uns gnädiglich erhalten werdest; so wird der Mensch,

Bewahre sie vor Hagelschlag; so wird man in den

Zu deines grossen Nahmens Ruhm, manch Freuden-