Die Stimme GOttes im Hagel.
Die Luft ist eine Rüstungskammer, dar- in der König aller Welt,
Der starke Zebaoth die Waffen, wo-
Die seiner Allmacht wiederstehn; eröf-
So hört man die Gerechtigkeit, mit ihrer starken
Das sind die brüllenden Carthaunen, die mit den
Aus den von Schwefel schwangren Lüften, als wie
Das siedend Feur, der schnelle Bliz entflammt bey
Und droht die böse sichre Welt, in grausen Dam-
Dies Zeughaus des erhabnen Schöpfers, ist auch
Das sind die runden Hagelkörner, die wenn der
Mit einem pfeiffenden Geheul, von Wind und Wir-
In einen Augenblik bereit die Strafgerichte auszu-
Die die Gerechtigkeit befiehlet. Sie werden in der
Aus denen flatterhaften Flokken des Schnees die
Der sie in ihren Fall auffängt, verhärtet und zu-
Wie durch Erfahrung woll geprüft, der lehrt, der
Die Kugeln des gefrornen Regens, die Klumpen
Die nach des Allerhöchsten Willen, auf seiner stren-
Mit häuffig prasselnden Geräusch, wenn wir vor
Der grünen Hofnung füsse Frucht, der Aekker Korn
Wenn solch ein strenges Hagel-Wetter, das Land
Bey dik geschwärzten Regenwolken, im Frühling
So merkt der Landman daß ein
Daß in dem Reiche der Natur, ein Herrscher der
Der alle Dinge stets regieret, und den ein jedes
Luft, Erde, Feuer und das Gewässer, als seinen
Und bricht der Hagelregen loß; so sieht ein jeder sein
Und wie die Allmacht was gebaut, zu unsrer Stra-
Der Luftkreis hüllet sich ins Dunkle, verdekt der
Das Sinnbild von des Höchsten Gnade; wenn solch
Die Wolken öfnen ihren Schlauch, da hört man
Auf dem besaamten Akkerfeld des Allerhöchsten
Die zu dem Landmann schreklich ruffet:
Die dich als einen eitlen Gözzen, mit lee- ren Dünsten aufgebläht;
Du dachtest da der grüne Schmuk sich auf dem Felde dir gewiesen,
Daß ist es was ich ausgesät; und nicht es sey der GOtt gepriesen,
Der unsre Felder so bekrönet; und uns mit gnädigen Gedein,
Bey einer fett und reichen Erndte, kan durch der Körner Meng erfreun.
Die
Wie sie was sie erheben will, ganz kläglich in dem
Sie schlägt durch die gefrorne Kugeln, die Blüthen
Und drischt das Korn oft vor der Reiffe, auf denen
Und die Gerechtigkeit die stäupt das Feld, daß es
Die von der Eitelkeit beherrscht, wie Würmer in
Und läst die an dem Staube kleben, an den zerknikten
Die Torheit derer Menschen-Kinder, die auf so
Alsdenn zerschmelzt der Bauren Stolz, bey ihrer
Verkehrt sein wildes Jubel-Lied, in eine bange Jam-
Wenn diese Schrekkensstimme thönet, und von den
Und von des Höchsten Wink getrieben, durch sei-
Die Halmen liegen eingeknikt, der Muth ist auch
Der sonst den Landman taumelnd macht, der von
Er hätte schon das in den Scheuren, worauf die
Daß noch bey ungewisser Blüte, in mancherlei Ge-
Der Schöpfer der im Zorn zwar straft; schleust
Die Menschen die da zu ihm schrein, in seine vä-
Er giesset aus den strengen Hagel, der alles was der
Wenn sie in grosser Menge rasseln, in einem mahl
Doch aber zeigt sich seine Güt, bey seines strengen
Wenn Hagel-Wetter wo entstehn in einer treuen
Er läst zum Zeugnis seiner Gnade, die Hagel nicht
Nein! nur in einen sanften Fallen, oft auf die
Da denn die Körner nicht so stark; und nicht so
Als wenn sie in geschwinden Flug, das was sie fas-
Er stäupet oft nur eine Seite und läst die andre ohn-
Zum Zeugnis, daß er in dem Zorne, dennoch ein
Vertilget er die Winterfrucht; so läst er wol aus
Das was in warmen Sommer keimmt, frei von
Ja! seine Güt die ohne Schranken, verriegelt oft
Wenn des erschroknen Sünders Herze in Thränen
Ein Wind treibt oft in schneller Flucht die Wolken
Das gleichsam aller Hagel schmelzt, wenn sanft und
Beherrscher aller Kreaturen! du bist in allen Din-
Bedächte daß stets unsre Seele! erwegte das der
Der Erd und Himmel stürmen will; so würden wir
Den mit der Güt vermischten Ernst, zu unsrer Bes-
Der Lüfte ausgespannte Grenzen, die keines Men-
Sind voll von deinen Schrekkensstimmen, womit
In Augenblikke lernen kanst; daß du ein
Und alles was in der Natur entsteht zu seinen Ziele
Du winkst den Donner; er muß knallen und ist
Du ziehst die Wolken nur zusammen: so regnet es
Der Winde kühler Hauch der bläßt; so bald sind da
Sie gehn auf deinem Eifer loß; so sind sie schon aufs
Und unsre Hofnung liegt zertrümmert. Solls wie-
So blikt das Sonnenlicht im Glanze, mit seinen
Da du ein Herrscher der Natur, der Früchte auf
Der in die Gnaden Arme schleust, den der ihn recht
So laß uns dieses stets bedenken: Ohn dich kan kei-
Was du uns giebest kan man sammlen; Es hilft
Weil nichts ohn deinen Seegen wächst: Wir müs-
Auf deine Vatergüte sehn; so können wir auch
Wir hoffen daß du diese Erndte: die uns der Felder
Uns gnädiglich erhalten werdest; so wird der Mensch,
Bewahre sie vor Hagelschlag; so wird man in den
Zu deines grossen Nahmens Ruhm, manch Freuden-