Die Träume derer die da glau- ben daß die Seele nach dem To- de schlaffe.
Die Welt wird meist regiert von einen falschen Wahn,
Der Menschen Aberwiz irrt
Indem er meint zu sehn, ist er
Da er statt Warheits-Schein
Was eitler Wiz erdacht, gefällt dem meisten woll;
Weil man das sehen will, was man nur glauben
Das menschliche Gehirn von Einbildung betrogen,
Gleicht einer Wageschal, die leicht wird überwogen
Von dünner Spreu, von Wind. Ein ungereimt
Das gegen Warheit liegt, hat ofte mehr Gewicht
Als dieses Gründe hat: man kan es klärlich sehen
Wenn wir was dieser gläubt, und jener meint,
Nur ein Exempel ist, hie zum Beweis genug,
Als ich einst einen Mann von scharfen Wizze frug,
In was vor einen Stand die Seele würde kom-
Wenn sie aus ihren Leib in
Sprach er in einen Schlaf, in eine stille Ruh;
Er sezte zum Beweis den albern Grund hinzu:
Weil ihr die Sinnen fehln; so kan sie auch nicht
So muß der Schöpfer sie in tieffen Schlaf versen-
Wenn sie im Körper wohnt; so ist die Denkungs-
Die richtige Vernunft, der Seelen Eigenschaft.
Ich sprach: Mein Freund! kehrts um; so wird
Denn jezt schläft eure Seel, das merk ich aus den
Die sie jezt phantasirt; ihr wißt nicht was ihr
Weil euch als blos im Traum, die Seele schlafend
Ich wünsche daß ihr bald von euren Traum erwa-
Und wachend überdenkt, was ihr vor Grillen ma-