Die Venus zürnet daß sie sich entblösset sehen lassen.
Wirfft man so loses Kind der Brüste Rosen hin?
Verachtest du mein Blut das deine Pracht bedecket?
Die Perlen sind umsonst daselbst nicht ausgehecket
Vergebens ziert dich nicht Zinnober und Rubin.
Du lässest dich entblößt gleich als ein Schau-Spiel sehn
Die zarten Liljen auf den holden Rosen-Bühnen
Die müssen jedermann zur Augen-Weide dienen
Damit man sehen mag wie sie so schöne stehn.
Allein! bedencke doch wie du den Leib entweyht
An dem Vollkommenheit ein Meister-Stück gemachet
Die Schönheit die bey mir und meinen Brüsten wachet
Hat ihren Schatz bey dir verschwendrisch ausgestreut.
Der Brüste Perlen-Milch verkehrt sich fast in Blut
Sie sind mit Schaam und Furcht deswegen angefüllet
Kein Seuffzer steigt hervor draus nicht ein neuer quillet
Du aber siehst es nicht aus blossem Ubermuth.
Du denckest du bist schön du pochst auf deine Macht
Wie vor den Gliedern weicht der Schmuck der weissen
Schwaanen
Und suchest dir dadurch den Wohlfahrts-Weg zu bahnen
Und also werde ich fast nichts von dir geacht.
Ich muß es zwar gestehn daß du recht schöne bist
Du bist ein schönes Kind und heißt mit rechte nette
Die Wollust machet sich bey dir ein Rosen-Bette;
Wie aber geht es dem der ungehorsahm ist?
Du weist daß
Und wie so Königlich gantz
Den güldnen Apffel hat mir
Er wurde mir mit recht vor andern zuerkennt.
Dort in
In
Die holden
Und
Zur Liebes-Göttin hat mein
Ich bin es der der Preiß vor aller Welt gebühret
Wo von den Schwaanen hin mein Wage wird geführet
Da werde ich geliebt und als ein Gott verehrt.
Ich poch’ auf meine Macht der nichts zu mächtig ist
Sie hat den
Durch sie wird
Sie machts daß
Ich
Mein schönes Haupt das trägt von Perlen seine Kronen
Auf der erhöhten Stirn sieht man der Anmuth-Thronen
Und vor den Augen fält der Sternen Demant hin.
Die Wangen siegen an der
Wo sich die Liljen mit schönen Rosen küssen
Und die Corallen so die Lippen ziehren müssen
Sind eine
Das künstlich runde Kinn des Halses schöne Zier
Prahlt unvergleichlicher als scheinende Crystallen
Die Lieblichkeit bewahrt der Brüste
Den weissen Glieder-Schmuck stelt keine Schönheit für.
Ich schweige von der Schooß ich lasse sie versteckt
Ich sage nichts von dem was
Man findt es klahr genug in Schrifften und Geschichten
Ovidius hat viel von unser Macht entdeckt.
Doch ach! wie wird mein Ruhm und seine Macht entehrt
Du läst dich nackend sehn du zeigest deine Glieder
Du fällst nicht mehr vor mir und meinem Sohne nieder
Du denckst wir sind nicht mehr so grosser ehren werth.
Du pochst aus Aberwitz auf deine schöne Pracht
Du wilst es soll die Welt die Wunder-Sachen wissen
Und meynst sie würden sonst bey dir veralten müssen
Allein du weist noch nicht daß ich darob gelacht.
Es geht dir dieser Streich so ungestrafft nicht hin
Untreu und Abfall wird mit herber Quaal gerochen
Weil du nun deinen Eyd der treuen Pflicht gebrochen
So spühre daß ich auch ein strenger Richter bin.
Von nun an nimmt dein Reitz die Sinnen nicht mehr ein
Ich will dich aller Pracht der Lieblichkeit entkröhnen
Ein jeder der dich sieht wird deinen Stoltz verhöhnen
Von meinem Angesicht solt du verstossen seyn.
Wenn aber deine Brust ein reuig Hertze zeigt
So will ich meinen Zorn und meinen Ausspruch lindern
Ich bin so grausahm nicht bey abgefallnen Kindern
Mein Hertze wird gar bald zur Gnade hingeneigt.