Die Vergnügung über den Geburts-Tag eines vornehmen Gönners
Written 1697-01-01 - 1697-01-01
Hoch-Edler – – Wenn ich sein Alterthum
Und was ihm Gottes-Huld auf Erden zugemeßen
Genau erwegen will so wie den Ehren Ruhm
Den er bey redlichen so lange Zeit beseßen
So bin ich höchst vergnügt und preise: daß auf Erden
Dieselben die Gott liebt so alt als glücklich werden.
Es ist der Tugend-Sold: allhier gesegnet seyn.
Die Frucht der Gottes-Furcht wird ihm zu lauter Leben.
Noch heute stellet sich des Himmels Seegen ein
Den ersten Lebens-Tag ihm wiederum zu geben.
So groß ist Gottes Huld so groß ist sein Ergetzen
Hochwehrter und so hoch auch unsre Lust zu schätzen.
Ist nun das höchste Glück: ins Himmels Gnade stehn
So ist ein Heil dabey: dem Fürsten Wohlgefallen
Bey Göttern dieser Welt ein gnädigs Auge sehn.
Und so beglücket ihn der Fürsten-Gunst in allen.
Der Neid kan sein Verdienst Hoch-Edler daraus lesen
Daß ihm ein theurer Hoff so lange hold gewesen
Diß alles und was ihn Herr – – mehr erqvickt
Wie sein Durchläuchtigster ihm neue Würden schencket;
Wie Gottes Majestät auf ihn von oben blickt
Die heute seinen Geist mit neuer Krafft bedencket
Ist von so hohen Wehrt das viele Hertzen lachen
Und sich sein Lebens-Licht zum Freuden-Feste machen.
Gott lege diesem Jahr noch viele glücklich bey.
Sein Ehren-Alter muß in steten Seegen schweben.
Vergnügung wolle Gott der Frommen stets getreu
Und sein Durchlauchtigster ihm Gnaden-Blicke geben.
Daß sich das Göttliche bey zeitlichen vermehre
Und man der Tugend-Glück in seinem Wohl verehre