Die Vergnügung über den Geburts-Tag eines vornehmen Gönners

By Christian Friedrich Hunold

Written 1697-01-01 - 1697-01-01

Hoch-Edler – – Wenn ich sein Alterthum

Und was ihm Gottes-Huld auf Erden zugemeßen

Genau erwegen will so wie den Ehren Ruhm

Den er bey redlichen so lange Zeit beseßen

So bin ich höchst vergnügt und preise: daß auf Erden

Dieselben die Gott liebt so alt als glücklich werden.

Es ist der Tugend-Sold: allhier gesegnet seyn.

Die Frucht der Gottes-Furcht wird ihm zu lauter Leben.

Noch heute stellet sich des Himmels Seegen ein

Den ersten Lebens-Tag ihm wiederum zu geben.

So groß ist Gottes Huld so groß ist sein Ergetzen

Hochwehrter und so hoch auch unsre Lust zu schätzen.

Ist nun das höchste Glück: ins Himmels Gnade stehn

So ist ein Heil dabey: dem Fürsten Wohlgefallen

Bey Göttern dieser Welt ein gnädigs Auge sehn.

Und so beglücket ihn der Fürsten-Gunst in allen.

Der Neid kan sein Verdienst Hoch-Edler daraus lesen

Daß ihm ein theurer Hoff so lange hold gewesen

Diß alles und was ihn Herr – – mehr erqvickt

Wie sein Durchläuchtigster ihm neue Würden schencket;

Wie Gottes Majestät auf ihn von oben blickt

Die heute seinen Geist mit neuer Krafft bedencket

Ist von so hohen Wehrt das viele Hertzen lachen

Und sich sein Lebens-Licht zum Freuden-Feste machen.

Gott lege diesem Jahr noch viele glücklich bey.

Sein Ehren-Alter muß in steten Seegen schweben.

Vergnügung wolle Gott der Frommen stets getreu

Und sein Durchlauchtigster ihm Gnaden-Blicke geben.

Daß sich das Göttliche bey zeitlichen vermehre

Und man der Tugend-Glück in seinem Wohl verehre