Die verliebte verwandlung.

By Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau

Du hast, o Liebe! mich erst in ein reh verkehrt,

Das seines jägers pfeil in zarter brust getragen:

Hernach in einen schwan, der sich zu tode singt:

Und dann in eine blum’, in die die flamme dringt,

So von der sonne kommt, und allen safft verzehrt:

Hierauf verlohr’ ich mich in einen thränen-regen:

Und itzund muß ich, mir zur pein,

Ein salamander seyn,

Der in der strahlen-glut, so Daphnens augen hegen,

Verschmachtet, und doch auch sein schmachtend hertze nährt.

Jedennoch wolt’ ich mich im minsten nicht beklagen,

Wenn deine wunder-macht,

Die mir bisher nichts süßes zugedacht,

Mir endlich noch die gunst gewährte,

Und mich vor meinem tod in Daphnens schatz verkehrte.