Die verlohrne und wieder gefundene Venus. C. E.
Ach! mutter trockne doch die thränen von den wangen
Die dein betrübtes kind mit seuffzen nach dir schickt!
Ich habe dich verlohrn! o kummer der mich drückt!
Wo bist du? laß mich dich nur einmahl noch umfangen!
Komm! hertzens-mutter komm! ach komm doch bald gegangen
Eh’ geist und leben mir aus blut und adern rückt!
So klagte Cupido in angst und pein verstrickt
Und suchte doch umsonst die Venus mit verlangen
Er weinte fort für fort. Hier aber weiß ich nicht
Woher ihm Solime kam plötzlich zu gesicht;
Wie ward er nicht erfreut bey so beglückten stunden?
Er zog die thränen ein man sahe wie er lieff
Und mehr denn tausendmal ihr diß entgegen rieff:
Bleib schönste mutter bleib itzt hab ich dich gefunden!