Die verständige ABJGAJL .
Wolan! so kommt denn her die jhr die Weiber schmehet
Die ihr das liebe Volk verachtet
Daß dem nicht sey also was ihr bißweilen
Was manche frome Frau im Hertzen schmertz-
Jhr sprecht das Weibervolk sey eine Drangsals-
Es sey auf dieser Welt den Männern eine Helle
Jhr sagt es sey ein Weib ein rechter Marter-
Sie trill’ Euch so und so sie sey ein Unglükks-
Daß aber dem nicht so was ihr so schimpflich
So sollt in kurtzem ihr deßwegen seyn erblödet
Jhr sollt vor Augen sehn was manches Weibs-
Was sie vor Weißheit hegt vor ihrem närr-
Wie oftmals hat ein Weib durch klugverschlag-
Das Unglükk so der Mann mit thörichtem Be-
Zu wege hat gebracht hinwieder abgewandt
Wie solches in der Welt genugsam ist bekandt.
Ein einig Beyspiel nur wil ich vor Augen stellen
Da mag denn iedermann ein freyes Urthel fällen
Ob nicht ein Weib oft dämpft manch Unheil
Seht hier Abigail stellt sich zum Beyspiel dar.
Damals als David sloh' in Parans Wüste- neyen
Vor Sauls gefasstem Grimm’ und tollen Rase-
Als er gleich einem Reh’ in dikken Wäldern
Und mehr in wüster Heid’ als feste Städten lebt
War Nabals Reichthum groß insonderheit an
Sein Schafvieh kunte kaum von ihm gezählet
Zu
Das weiche Wollenvolk gieng über Berg’ und
Indem man nun mit Lust die Läm̃er sahe weiden
Saß Koridon im Gras’ und sang in vollen Freu-
Von seiner Amarill dort unter einem Baum
Lag Damon gantz verliebt in einem süssen
zu eben dieser Zeit rief Nabal alle Hürten
Nach Haus’ und liesse sie nach Schäferahrt be-
Da war an Speis’ und Trank kein Mangel
Man sahe iederman mit sattem Magen gehn.
Indeß stellt Nabal sich der ungeschikkte Lauer
Gleich einem großen Herrn und war doch nur ein
Und grober Tölpelskopf: Als nun das Mahl
Fieng sich mit vollem Ernst das Schafescheren
Da gieng es hurtig her der Geitzhalß war zuge-
Und sahe fleissig zu Er lief auf allen Wegen
Bald hier bald dorten hin und nahm genau in
Daß nicht ein Wollenfleisch würd’ auf die Sei-
Sonst war er reich genug was nur die Schafe
Das war ihm sein Gesind’ alleine satt zu laben
Es war bey ihm vollauf das Haus war alle
Nur Nabal war ein Narr und immer voll und
Ob schon bey diesem Mann’ auf allen seinen we-
Sich häuffig spüren ließ des Himmels reicher
So wars ihm doch nicht satt schart’ immer
Und hatte vor dem Geitz fast weder Rast noch
Und ob sein kluges Weib war noch so schön von
Ein Beyspiel aller Zucht ein Spiegel aller Tu-
So fühlte dieser Mops doch keine rechte Lust
An solcher ädlen Blum’ und keuschen Marmor-
Zu eben dieser Zeit war David sehr geplaget
Und von dem stoltzen Saul verfolget und ver-
Sein treu-verbliebnes Volk ein stahl beherzter
Hielt sich mit ihm allhier in dieser Gegend auf.
Allein es war nichts da zu brechen noch zu beissen
Und wuste David kaum sich auß der Noht zu reis-
Die Magen waren zwar erfüllt mit Hungers-
Die Hertzen aber frisch zu streiten biß in Tod.
Drüm wurde man bald Rahts den Mangel ab-
Man kam auf diesen Schluß zu Nabal abzusen-
Als einem reichen Mann daß Er zu grossem
Doch etwas schikken möcht’ an Labsal Speis’
Zehn Männer giengen hin versehn mit ihren
Nach Nabals Schäferey dem Vnheil Raht zu
Als Sie nun angelangt in sein erfülltes Hauß
Brach Einer unter ihn’n in diese Wort her-
Gott gebe dir viel Glükk und ein vergnügtes Le-
Zu allem was du thust woll Er dir Segen geben
Du wolbegabter Mann dich grüsset Davids
Vnd wünschet daß du mögst noch wachsen
In was vor Hertzeleid der from̃e David kommen
Das hast du zweifels frey schon allbereits ver-
Nun schau wir leben hier in großer Angst und
In öder Wüsteney gebricht uns liebes Brodt.
Nun hören wir daß du die gantze Schaar der
Die dir zu Dienste stehn wilst diesen Tag bewir-
Und daß du werther Herr Gott gebe lange
Du und dein gantzes Hauß in voller Freude seit.
Du weisst auch das dein Volk die Schäfer die-
Gantz sicher neben Uns die Hürden aufgeschla-
Die Schafe trieben Sie vor unsrem Heer vor-
Auch wiederüm ’zurük und das glaub uns
Von so viel tausenden ist dir nicht
Es hat dein Volk von uns kein böses Wort be-
Glaub Nabal frage nach es ist kein einger
Der uns mit Fug und Recht bey dir verklagen
Wann denn so große Schaar wird heute mit dir
So bitten wir du wollst auch unser nicht verges-
Betrachte doch die Noht schikk unserm schwa-
Was seinen Hunger stillt gieb David doch die
Und laß im Elend’ ihn nicht solchen Kummer lei-
Er wird schon traue nur sich dankbarlich be-
Und die Barmhertzigkeit die man an ihm itzt
Erkennen dermaleinst mit Gnaderfülltem
Wenn ihn der höchste Gott wird auf den Thron
Wenn ihn Jsrael wird als seinen König sehen
Welchs denn geschehen kan vielleicht in kurtzer
du weist Er ist darzu gesalbt und einge- weiht.
Er muß anitzo zwar von Saul ohn alle Schulden
Verfolgung Schimpf und Spott in seinem Her-
Das ihn sehr schmertzlich kränkt: doch weil es
So träget Er Geduld und hält ihm willig
Wir wollen fernerweit vor deine Heerde wa-
Und zu beliebtem Dienst’ uns treu verpflichtet ma-
Ein tugendsam Gemüht dem Wolthat ist ge-
Läst billich Hülf und Raht dem Nechsten wie-
Als Davids treuer Knecht die Rede kaum ge-
Fuhr Nabal Trunkenbold der gantz mit Wein
Und ziemlich schon bezecht ihn solcher maßen
Was bringest du du Kerl vor Reden auf die
Was David? Was wilst du viel Bettelworte
Man kennet David wol und seine lose Sachen
Er stift nur Aufruhr an er ist ein Königs-
Ich frage nichts nach ihm er sey Feind oder
Was sagst du armer Tropf wil David sein ein
O weit gefehlt mein Kerl darzu ist er zu wenig.
Hofft ein verlauffner Hürt’ und schlechter
Ein Landverrähter auch auf einen Königs-
O aufgeblasner Sinn? vielleichte wird er pran-
Wenn er der Bettler wird an einem Baume
Und solches ist mit recht der Königshasser
Saul bleibet wohl vor ihm der grosse Götter-
Eur Herr ist wie ich hör’ ein Schaum von losen
Jhr führt nichts redliches auf euren Diebeshel-
Jhr plakkt das arme Volk ihr raubet wo ihr
Jhr seit zu anders nichts als Büberey ge-
Soll ich euch speisen? Nein. Die könnens nicht
So itzt in voller Müh die rauche Schafe sche-
Nein pakket euch nur hin Bin ich gleich etwas
Und habe Vorraht gnug so ist es nicht vor
Wer mir nicht Arbeit thut soll auch mein Brodt
Geht da sucht eure Kost wo ihr bisher gefressen
Geht stehlet anderswo und bettelt wo ihr
Vor David hab’ ich nichts. Auch geb’ ich kei-
Der mir nicht wirklich dient. Daß mir kein Schaf
Und daß ihr wie ihr rühmt mir nichtes abge-
Da habt ihr recht gethan und muß ohn das
Daß jhr Euch deß enthalt ist nur ein bloßer
Vieleicht habt ihr es nicht zu werke können stel-
Mein Schäfervolk ist viel und stark so euch Ge-
Den Kopf wol bieten kan. Versucht es nur ge-
Wir wollen sehen wer dem andern abgewinnt.
Drüm pakket euch nur weg von
Hier wohnt ein friedsam Volk geht eurem Feind’
Recht! daß ihr euren Leib vor euren König
Geht es ist lang genug daß ihr die Bauren
Wir fragen nichts nach euch bey solchen Frie-
Wir fürchten uns auch nicht vor solchen Bettel-
Wie ihr und David seyd geht vor ein’ andre
Von mir bekommt ihr nichts. Geht pakket
Furcht Scham Grimm Eyfer Zorn befiel die
Sie kehrten üm und sich von diesem Räkel wand-
Sie eylten nach dem Heer und sagtens David
Was ihnen dieser Rölps vor Schimpf hatt’ an-
Der fromme Fürst erschrakk von dieser neuen
Er nam sein Schwert zur Hand und kehret sich
Das neben ihn bestürtzt daher auch nach und
Von Grimm und Rach’ erhitzt also erbittert
Was! soll der schlimme Hund so schändlich mich
Wolan seyd nur getrost ihr meine treue Rot-
Ergreiffet das Gewehr und last uns eylends
Er soll was David kan bald doch mit Un-
Sein ungeschliffnes Maul soll ihm genugsam
Sein gantzes Hauß sol heut’ in frischem Blute ba-
Der grobe Geitzhals soll sein eigner Henker
Schont keines Mannes nicht schlagt stecht
Der Tölpel hat sein Land gantz unversehrt bestel-
Wir haben ihm zu Nutz nicht einen Baum gefäl-
Wir haben gegen Jhn so höflich uns be-
Und in der grösten Noht auch nicht ein Lamm
Wir liessen seine Schaf auf diesen fetten Hei-
Mit bey und neben uns gantz ungehindert wei-
Wir haben gegen Jhn uns nicht erzeigt wie
Er hat an mir gehabt recht einen guten Freund.
Nu aber soll Er sehn was sein verteufelt Geitzen
Und großer Unverstand vor Unheil auf-kan-ret-
Ich wil ihm weisen was ein kleiner Hauffe
Er soll mit Jammer sehn daß David sey ein
Soll Nabal vnd sein Hauß so herrlich sich heut la-
Und wird nicht einmal Dank vor unsre Dienste ha-
Geniest mein armes Volk nicht einen Trunck
Giebt man vor Wolthat Spott vor Freund-
Nein warlich! diesen Trotz kan ich durchaus
Er muß ein Königsheer noch besser lernen meiden.
Wer einem Kriegesmann was billich ist ver-
Der hat gemeiniglich das Leben hingewagt.
Ich wil den Narrenkopf und sein gantz Haus ver-
Es soll heut alles das was männlich heisset ster-
Wolan so folget mir und macht euch wol be-
Heut ist euch großes Gut und Beute satt be-
Das Wort war kaum gesagt man sah die Armen
Man sah das tapfre Volk nach Schwert und Bo-
Sie waren all ergrimmt die Sebel scharf ge-
Der Muht war auf das Dorf und Nabals Gut
Ein Knecht von Nabals Volk der alles dieß ver-
Macht ihm bald einen Schluß was darauf würde
Er sahe schon vorher das Unglükk und Gefahr
Er hatte Vorschmakk gnug was David wil-
Er lief geschwinde hin als sie noch alle sassen
Und mit vergnügter Lust die fette Mahlzeit assen
Sprach zu Abigail: Ach Frau! auf diese Freud’
Folgt leider Angst und Noht und blutigs Her-
Ein schrekkliches Gewölk schwebt über unserm
Der Untergang ist da. Ich sag’ es dir mit Grause
Wo du nicht schaffest Raht so ists mit uns ge-
Das Mordschwert ist im Zug und nahet sich
Abigail weiß nicht was sie begint vor Schrekken
Sprach zitternd zu dem Knecht Er soll es bald
Was dieß so er gesagt vor eine Rede sey?
Drauf bringt er alsobald ihr diese Nachricht
Hör hochgeehrte Frau vor etwa sieben Stunden
Da haben sich allhier zehn Männer eingefunden
Und Nabal angeredt mit großer Höflichkeit
Sie klagten Davids Noth und ihre theure Zeit.
Sie baten ihn üm Hülf üm wenig Trank und
Er aber fuhr sie an auf ungeheure Weise
Er schalt und schimpfte sie ich hab’ es selbst ge-
Er hieß sie Schelm und Dieb und musten also
Jtzt bin ich gleich bericht daß David auf-wird-
Mit seinem gantzen Heer’ üm diesen Spott zu
Wir sollen wie mir nun vertrauet ingemein
Ohn all’ Erbarmen heut’ des bittern Todes seyn.
Nu hat des Davids Volk uns niemals ein Ge-
Noch Schaden beygebracht es stehn die Wollen-
Ja noch in voller Zahl un sind durch sie beschützt
Es hat uns dieses Heer glaub mir sehr viel ge-
Sie waren üm das Vieh wie aufgeführte Mau-
Vor ihrer Wachsamkeit kunt’ auch kein Wolf
Sie haben neben uns auch in der Mitternacht
Mit steter Hurtigkeit vor sich und uns gewacht.
Schau so hat David uns und unser Vieh ver-
Und wird vom Nabal nun so schimpflich abge-
Drüm wird solch’ Unglükkslast nun über uns
Und hat es unser Herr durch Boßheit selbst ge-
Ich hett es als ichs höhrt’ ihm hertzlich gern ge-
So weist du wie Er ist wie Er so giftig fähret
Redt ihm ein Mensche zu der es sehr gütlich
So fährt Er ihm zu Hals’ und wird ihm spinne
Hett’ ich ein Wort gesagt Er hette mich geschla-
Ich hette müssen Stöß’ und Feindschaft davon
Er ist wie dir bekandt ein sehr geschwinder
Der keinen Widerspruch noch Rahtschlag lei-
Es muß ihm alles gehn wie er nur selber denket
Ob manches ihn hernach schon hertzlich reut und
Er hat in seinem Kopf’ ein feuriges Gehirn
Und folget niemand nicht als seiner eignen
Da sieht man nun die Frucht! Gott wolle sich der
Die wir an dieser Sach’ unschuldig sind erbar-
Wir habens nicht verschuldt besondern Er mit
Doch! sündiget der Herr so leidet auch der
Nu weiß ich wehrte Frau daß du von hohen
Und daß du wem du wilst das Hertze kanst ge-
Dein tugendsamer Geist dein trefflicher Ver-
Dein klug-verschlagnes Hertz ist ja genug be-
Wolan! trit vor den Riß rett’ uns durch Gottes
Geh dem erbostem Volk mit sanftem Muht’ ent-
Lesch mit dem Zährenbach des Davids grimme
Und wehre mit Vernunft der großen Unglükks-
Nim Speis’ und Trank mit dir wir wollen helfen
Ich weiß wenn David höhrt das jämmerliche
Und daß in diesen Spott kein Mensch gewilligt
Als Nabal nur vor sich
Man weiß ja überal des Davids gut Gemühte
Und daß setn tapfres Hertz vermischt mit sanfter
Versuch es mach nur fort und eyle mit der
Eh’ uns das Unglükk trifft. Bey Zeiten ist noch
Abigail voll Angst begunt insich zu gehen
Dacht Huy! Des Knechtes Red’ ist gantz nicht
Der Vorschlag ist sehr gut ob schon der Mensch
Durch kleines Werkgezeug geschehn oft große
Sie trit bald auf die Seit’ und fängt an zubeden-
Was Sie dem Könige zu Ehren wolte schenken
Das hochbetrübte Weib steht aller Sorgen
Weiß nicht wie sie den Zorn des Davids stillen
Darf ihren trunknen Mann auch nicht einmal
Die Zeit geht eylends weg Sie fängt es an zu wa-
Und thuts allein vor sich: Sie nimmt Brodt
Und was zum Labsal dient Sie pakket häuffig
Sie heist mit dem Geschenk voran die Esel trei-
Sie aber hält vor gut etwas zu rükk zu bleiben
Sie zieht sich reinlich an und folget allge-
Auf einem muntren Thier den frommen Knech-
Sie denkt ich wil voran die reiche Gaben senden
Und also Davids Grimm auf solche weise wenden
sie ist wie es fast scheint von Jacob des be- lehrt
Der eben auf den Schlag des Esaus Zorn ge-
So reiset Sie nun fort mit Mägden und mit
Und wil durch Höflichkeit mit Davids Eyfer fech-
Sie hoffet auf den Sieg ob schon Sie jung und
Sie sinnt auf gute Wort und schöne Redens-
In dem Sie nun voll Furcht auf dieß und jenes
Und sich zu einer Krümm’ auf daß Gebirge lenket
Erblikkt Sie Davids Heer und ihrer Waffen
Sie merkt an ihnen wol des Muhtes grimme
Sie springt von ihrem Thier’ und geht dem Volk’
Den David grüsset Sie Sie wünscht ihm Heyl
Als Er nun samt dem Heer noch näher kömpt
Fällt Sie vor ihm zu Fuß und fängt zu rede an:
Genade großer Fürst! Laß deinen Zorn doch falle
Hör meine Klagred’ an und mein so schlechtes
Wirf einen Gnadenblikk auf mich dein’ arme
Und auf mein Elend Volk das Angst und
Ich hör’ und weiß es wol daß Schimpf Spott
Den Deinen zugefügt und deinem hohen Stan-
Ja ich bekenn es dir und kränkt mich in der
Ich aber bin nicht schuld auch hab’ ichs nicht
Gleich hab’ ich dazumal als dieser Fehl geschehe
Auf jener Schäferey nach meinem Vieh gesehen:
Mir hat ein trewer Knecht dieß ungeschikkte
Mit Schrekken angezeigt da ich nach Hause
Ich trag ein großes Leid so mich tag-täglich pla-
Mein Haußkreutz ist so groß daß es mich stündlich
Mein Ehmann ist ein Rölps ein grober Sauer-
Ein unbedachtsam Holtz und großer Narren-
Sein Name bringt es mit Er weiß von keinem
Es fühlt sein’ Eselsstirn gar keine Weisheits
Es weiß sein Tölpelskopf von keiner Klugheit
Ist bloß und nur allein auf Geitzen abgericht.
Erst hab ich seinen Sinn nicht allerdings erwo-
Ich bin in meiner
An Reich thum fählt ihm nichts auch nichts
Das Gut ist groß; Doch hat die Thorheit O-
Er achtet meiner nicht hält mehr von Katz- und
Als auf ein keusches Weib Ich bin an Jhn ge-
Und muß zu frieden seyn Er lieget wie ein
Denkt nicht an seine Pflicht und beut mir Hohn
Des Morgens schläft Er lang da muß ich auf jhn
Steht Er denn aus dem Bett so fängt Er an zu
Und ist ihm nichtes recht drauf säuft Er Bier
Frist seinen Wanst dikk voll und lebet wie ein
Redt ihn denn jemaud an und wil was an Jhn
So schnautzt Er wie ein Beer und hört von kei-
Die Er oft hören solt’ Er steht und höret zwar
Begreiffet aber nichts worvon die Rede war.
Sagt dieser etwas Guts und meinet es zum be-
So giebt Er Antwort drauf dort aus dem feuch-
Und solt’ aus Osten seyn wenn Er ein wenig
Daß man ihm etwas sagt das seinen Nutzen
so billt Er wie der Hund der auf dem Grum- met lieget
Den jenes Schaf welchs doch mit Weni em
Um etwas Futter bat; Und so ists auch bewandt
Mit dene die du hast O Printz zu ihm gesandt.
Darüm laß deinen Zorn O ädler Fürst sich stillen
Wo nicht üm meines Manns doch nur üm un-
Wir können nichts darzu und haben keine
Trag Nabals albre Red’ und Thorheit mit Ge-
Und schone deiner Magd wir sind nur schwache
Du findest zwar bey uns ein ziemliches an beute
Es ist ja ohne das mein Vorraht und mein Gut
Dein eigen schone nur das unverschuldte Blut.
Es sucht kein starker Leu ein Lämchen zubesie-
Kein Adler wird erzürnt von einer matten Flie-
Ein tapfrer Kriegesmann und unerschrokkner
Sucht seinen großen Feind in offenbarem Feld’.
Zu einer Narrenred’ und Thorheit stilleschwei-
Steht weisen Männern zu und solches ist ihr ei-
Drüm wirf ein gnädigs Aug’ auf unsern Maon
Und übe nicht an uns solch einen grimmen
Du bist ja schon gesalbt und wirst in kurtzen Tagen
Die Kron in Jsrael auf deinem Haupte tragen.
Laß dein so heiligs Amt? und deines Zepters
Mit meiner Knechten Blut nicht angeschmitzet
Lesch den erhitzten Sinn das wird ein friedsam
Und deinem hohen Geist’ ein groß Vergnügen ge-
Bewahre tapfrer Printz vom Todschlag dei-
Bedenk wol vnd erweg den Koniglichen Stand.
Der dich in kurtzer Zeit ich weiß es schon wird
Wenn du des H
Das ist ein herrlich Lob und heber Himmel
Jm Fall ein’ Obrikeit nichts mördlichs hat ge-
Des Königliche Schwert soll nur die Laster
Und nicht mit mattem Volk’ und armen Leuten
Barmhertzigkeit und Glimpf begläntzt die Für-
Die Tugend ziehrt allein den Majestätschen
Es ist ein großes Werk wer sonder Schuld regieret
Und hier an Gottes stat das Regiment verführet.
Wer nicht wie ein Tyrann unschuldig Blut
Und folgt nicht wo sein Trotz und Boßheit ihn
Dieß weist du alles wol drüm wollest du verschone
Und Nabals Missethat so schrekklich nicht beloh-
Hat einer grob gefehlt so straf nicht allesamt.
Zur Zeit sanftmühtig seyn ist eines Fürsten
du hast den Goliath durch Gottes Kraft be- zwungen
Darüm wir dir unlängst ein Siegeslied gesun-
Wolan! so sey denn auch dein eigner Obermann.
Der ist der stärkste Held der sich selbst zwingen
Schau hier O theurer Fürst die wolgememten
So deine Knecht’ und Magd’ anher getrieben ha-
Es ist zwar sehr gering doch mein’ ichs hertz-
Ich bitte nim es an mit Gnad’-erfülltem
Nim mit Genad’ und Gunst so wird Gott deine
Dein hohes Königreich fest und beständig machen
Ich weiß daß dich mein Herr kein loser Vor-
Es ist des H
Laß ander leichtes Volk Mord Raub und Fre-
Mit feindlicher Gewalt das gantze Land betrü-
Du und dein gantzes Heer seyd ja von solchem
Daß ihr die Hand nicht legt an andrer Leute
Ob du schon wirst gehasst und must Verfolgung
Ob mit vergiftem Sinn’ auch viele dich beneiden
So acht es alles nicht Gott hat schon seine
Auf dich und auf dein Heer mit starken Schutz
Die aber dir zum Leid’ auf Unglükksränke den-
Und suchen hie und da dich und dein Hauß zu krän-
Die sollen voller Angst vor dir gar nicht bestehn
Mit Schrekken sollen sie zu Grund und Boden
Ein böser Raht trifft oft den der ihn selbst erson-
Und hat gemeiniglich ein schlechtes Ziel gewon-
Wer Anderen zu Fall ein Loch un Grube macht
Fält oftmals selber drein ob schon Ers nicht
es haben zwar die Feind im Sinne dich zu schla- gen
Dich und dein treues Volk aus Jsrael zu jagen
Du aber wirst mit Lust erfahren mit der Zeit
Wie GOtt sie stürtzen wird in ihrer Sicherheit.
Wenn nun des Feindes Macht wird endlich seyn
So wird Gott alles thun was Er dir hat verspro-
Dann wird dein Königreich auf festem Fuße
Und deines Namens Lob biß an die Sternen
Denn wird dein ruhig Hertz an lauter Freude
Daß diese grimme That nicht wirklich vorgegan-
Es wird dir seyn ein Trost und grosse Seelen-
Daß du in diesem Zorn kein Blut vergossen
Ich weiß du wirst hernach deßwegen Gott noch
Und mit erfreutem Geist Jhm Ehr’ und Danck
Denk dran daß dirs gesagt dein arm’ Abigail.
Hiermit schloß sie die Red’ und schwiege seuf-
Was solte David thun? Er ließ die Güte wal-
Der Mordsinn legte sich es sieng an zu erkalten
Der zorn erhitzte Muht der Eyfer war gethan
Die Sanftmnht brach hervor vnd fieng zu sie-
Er warf ein Aug’ auf Sie stieg bald von seinem
Er grief Sie bey der Hand und hub sie von der
Auf der Sie kniehend lag versprach ihr Fried’
Die noch in Furchten war vnd redt ihr also zu:
Wolan Abigail! Das Unglukk ist gewendet
Gott sey Lob Ehr’ und Preiß daß Er dich herge-
Das Blutbad ist gehemmt das vor der Thür
Dem Höchsten sey gedankt der ewig ewig lebt.
Gesegnet sey das Wort dz du hast aus gesprochen
Das meinen Vorsatz hat zu rechter Zeit gebroche
Gesegnet seyst du selbst daß du hast abgewandt
Das nicht mit Menschenblut besprützet meine
Glaub sicherlich wenn du nicht werst darzwi-
Dem Nabal hett’ ich selbst das Leben abgenom-
Ich hette deinen Mann den groben Nimmer
Der mich und dieses Heer so hoch beschimpfet
Mit diesem scharfen Schwert’ ohn alles Leid er-
Es hette diesen Hohn mein Volk mit Grimm ge-
Es hett’ ihr großer Zorn und Wüten nicht ge-
Biß Maon überschwemmt mit seinem eignen
Schau aber nunmehr soll sich alles Unglükk stil-
Und zwar Ahigail üm deiner Weißheit willen
Dein freundlichs Angesicht so nichts als Tu-
Hat alle Grausamkeit und Eyfer hingelegt.
Es soll mein gantzes Heer zurükk sich wieder wen-
Und dein Geschenk empfahn von deinen milden
Hab du vor solches dank. Durch höflichen Ver-
Hast du von deiner Stadt das Wetter abge-
Kehr wiederum zurükk und leb in gutem Frieden
Der Krieg ist nunmehr aus die Sach’ ist wol ent-
Gesegnet must du seyn! Geh hin warn deinen
Sprich daß solch einen Spott kein König lei-
Er soll ein andermal die Zunge besser zwingen
Und nicht ein solch Gespött’ aus seinem Rachen
Beschimpfung thut sehr weh und kränkt das
Ein frommer Biedermann schützt billich ja
Sag daß wir Redlichkeit und Tugend hertzlich
Und daß wir nicht gemein mit Schelmen oder
Auch nicht durch Räuberey verschaffen unser
Wie Er uns angeschnautzt Wir leiden freilich
Und müssen Andere die mittleidender Sitten
Und reich von Gütern sind üm Lebensmittel bit-
Denn Paran giebt uns nichts da wir anitzo
Als Bäume Stauden Gras und harte Felsen-
Man sucht uns hie und da wir müssen leider lei-
Da wir doch nichts verschuldt wir müssen Sa-
Und unser Hauß und Hof: Doch schadt es al-
Dann ist Sauls Hochmuht aus wenn Gottes
So bald geschehen wird. Alsdenn wil ich dran
So wol an die die mich so hertz und schmertzlich
Als die mir Guts gethan. Wolan so geh denn
Ich bleibe dir verpflicht weil ich im Leben bin.
Abigail war froh Sie neigte sich gantz nieder
Sie rühmte Davids Sinn und dankt’ ihm hertz-
Vor die Barmhertzigkeit so Er an ihr gethan
Damit schied Sie von Jhm und macht sich
Seht was die Tugend wirkt! seht was doch weise
Mit Dehmuht untermischt thun und verrichten
Seht was Verstand und Witz seht was ein
Seht was ein redlichs Hertz vor große Thaten
Hier siegt ein zahrtes Weib mit nichts als guten
Sie treibt ein feindlichs Heer von Maons schwa-
Jhr Bogen Pfeil und Schwert ist fromme
Sie legt mit Höflichkeit ein blutigs Unglükk
Es war das Kriegesvolk zum theil nicht wol zu
Daß dieses keusche Weib so friedlich abgeschieden
Sie waren sehr erpicht mit eyferigem Muht’
Wie ein Soldate pflegt auf Nabals reiches
Sie waren alle Sinns den Hunger erst zu stillen
Hernach mit Geld’ und Gut die Beutel auszu-
Vermeinten wie denn auch der Schimpf es
Des Nabals gantzes Hauß zu tilgen mit dem
Sie aber musten fort und bald zu rükke lenden
Und sich von diesem Ohrt’ auf Parans Hügel
Als Sie nun angelangt auf einen schönen
Theilt David unter Sie den überschikkten
Von Ladsall Speis’ und Trank: Das Volk er-
Nachdem es lang gefast es ließ sich alles nie-
In das betleete Gras vergaßen alles Leid
Und hatten allesamt recht gut’ Ergetzlichkeit.
Indem Abigail nunmehr nach Hause kommen
Findt Sie das gantze Hauß von Wollust einge-
Es war ein groß Gejauchtz’ ein Jeder schrieh
Insonderheit ihr Mann war auch mit rasend
Er hatte sich mit Wein auch dergestalt begossen
Daß ihm die starken Trünk’ auß seinem Halse flos-
Weil ihm der Leib zu eng Er saß dort wie ein
Regt weder Arm noch Bein und klotzte wie
Schlief halb und halb im Rausch Er sieng oft an
Nu saufft doch frisch herüm lasts gehen nach der
Gieb eine Humpe her! Es gilt dir Nachbar
Auf Sauls Gesundheit! Sauf! trink auß und
So fand’ Abigail wiewol mit großen Schmertzen
Jhr freundlichs Ehgemahl es that ihr Weh im
Daß ihr versoffner Mann so unbesonnen war
Nicht wissend was vor Angst und schrekkliche
Sie von ihm abgewandt. Sie sah die Gäste sitzen
Und theils von großem Froß und vielem Sauffen
Hier lag ein voller Knecht dort eine volle Magd
Und hatte mit dem Soff ich weiß nicht was
Sie ließ es also gehn biß Nabal eingeschlafen
Drauf jagt sie alles weg die Hürten zu den Scha-
Und schaffet Ruh’ im Haus: Es war schon
Als Sie hatt’ ihren Mann ins warme Bette
Da nun die Nacht vor bey und man den Morgen
Als Nabal seine Speis’ und starken Rausch ver-
Und wieder nüchtern war gieng sein verständig
Zu ihm und stellt’ ihm vor sein gestrigs Zeit-
Sie sprach ihm heftig zu Sie fieng ihn an zu-
Mit einer scharfen Red’ und alles zu erzählen
Was gestern war geschehn erwehnte die Ge-
Und was vor Hertzeleid auf Sie gerichtet war.
Sagt unter andern so: Du wirst ja noch wol wis-
Daß Davids Volk sich stets der Redlichkeit be-
Daß Sie uns nichts gethan man sagt von
Daß ihr Gemüht’ auf Raub und Stehlen ab-
Auch ist dir wol bewust daß David außerkohren
Und durch des Höchsten Gunst zum Könige ge-
Es hat ja Samuel zu solcher Würdigkeit
Jhn wie schon gnug bekandt gesalbt und ein-
Er wird wenn Er sein Kreutz und Elend’ ausge-
Wenn Gottes Wunderhand ihn von den Trüb-
Erlösen wird wenn sich verliebret seine Pein
Ein Richter Jsraels und unser König seyn.
Und du hast seine Knecht’ als solche zu dir kahmen
Da sie in ihrer Noht zu uns die Zuflucht nah-
So schimpflich angesehn und schändlich aus-
Als were David selbst ein schnöder Bösewicht.
Welchs ihn und sein gantz Heer wie man auch
Jm Hertzen weh gethan und Zweifelsfrey noch
Sie haben unsrem Vieh nichts Wiedriges ge-
Und du fuhrst sie voll Grimm so ehrenrührig
Pfuy! großer Unverstand
Mein! schau ist das nicht ein vernünftiges Begin-
Wenn man den jenigen ders hertzlich gut ge-
Verhöhnet schimpft und schmeht als einen
Was hett’ es dir geschadt da unsre Leute saßen
Und nach vollbrachter Schur die fette Mahlzeit
Auch unser Vorraht groß dem Höchsten sey
Von dessen milder Hand wir alles ja erlangt
Wenn du des Davids Heer mit Speis’ und
Und sie mit Gütigkoit auß ihrer Noht gesetzet.
Es ist ja häuffig da die Kammern sind ja voll
Es mangelt uns ja nichts und das weiß David
Das ist ein schönes Werk zu rechter Zeit was
Und bey so grossem Gut auch Andrer Noth beden-
Dem wächset mehr noch zu dem fehlt der Se-
Der sein gesegnet Brodt dem Hungerigen
Wer kein Mitleiden hat mit nohtdürftigen Ar-
Deß wird der reiche GOtt sich wieder nicht er-
Wer zu bequemer Zeit die Hand eröffnen kan
Und hilft dem Nechsten aus der ist ein frommer
Du weist es selber wol es werden deine Sitten
Von keinem anders nicht als mit Verdruß ge-
Du bist so grob und plump erzeigst dich wie ein
Wann du das Maul aufthust so gukkt ein
Du weist es wol wie ich so oft vor dich getreten
Und dich mit Weinen hab’ als einen Herrn ge-
Daß du doch ändern wollst den ungeschliffnen
Du aber thust es nicht du folgest immerhin
Wo dich dein Nabals Hertz nach seinem Willen
Es ist kein guter Raht der deine Thorheit rühret
Du meinst zwar dein Gehirn sey klug und weise
Da doch dein Centnerkopf kein Quentlein Klug-
Verzeih mir lieber Mann ich muß die Warheit
Ich muß dirs dermaleinst in dein Gewissen jagen
Daß du daran gedenkst. Ich bitte nochmals
Ach ändr’ ach ändre dich und thu es doch nicht
Ein gut gemeintes Wort die Höflichkeit im
Kan manches Ungemach und Unglükk unter-
Wer aber nichts als Trotz und Schmehwort
Legt oft der Sanftmuht selbst Zorn Schwert
Ich hab’ es in der That bißher in so viel Jahren
Und daß es wahr sey selbst noch gestrigs Tags
Ich hab’ ein Beyspiel deß gesehn auf einen
Was ein verbostes Maul und Höflichkeit ver-
Mein Hertz erzittert noch kaum mag ich mehr
Wie David kam üm dich und unser Haus zu
Sein Volk war gantz erfüllt mit Eyfer Zorn
Mich deucht ich sehe noch der bloßen Sebel
Als die beschimpfte Knecht’ ins Läger wieder kom-
Und David diesen Spott von ihnen gnug vernom-
Da war das gantze Heer zur grimmen Rach
Es nahm ein jederman sein Mordschwert in die
Das Urtheil war gefällt der Stab war schon ge-
Der zugefügte Schimpf solt’ eifrigst seyn ge-
Gantz Maon solte sich in seinem Blute sehn
Das Schwert solt’ erst in dich hernach in Alle
Dieß hat dein Maul welchs gantz mit Boßheit ist
(ich kenn’ es alzuwol) ach leider! angestiftet:
Daß David und sein Heer auf Wuten war be-
Das hat dein’ Unvernunft und grosser Trotz ge-
Gott aber der uns noch so gütig und gewogen
Hat das schuldlose Blut aus dieser Angst gezogen
Sein mildes Vaterhertz war noch so wol ge-
Daß es durch mich glaub nur des Davids
Denn da mirs war gesagt und du in vollem
Da du schon halb-berauscht bey deinem Hürten-
Macht’ ich mich eilends auf nahm Speis’ und
Und zog dir unbewust durch unsre Hinder-
Mit dem Gesinde fort des Davids Heer’ ent-
Ich rief den Höchsten an der gab Genad’ und
Daß ich war angenehm Gott lob bey jeder-
Daß mein demütig Wort des Davids Hertz
Ich weint’ ich fleht’ ich bat’ ich fiel vor Jhme
Ich gab ihm das Geschenk damit versöhnt’ ich
Was du mit deinem Trotz in das Gewehr ge-
Es ist nun wieder Fried’ und alles gut ge-
Wolan! so laß uns nun den Höchsten dankbar
Daß Er sein Vaterhertz hat wollen uns erweisen
Und sonderlich dank du daß seine Wunder-
Solch schrekklich Ungelükk hat von dir abge-
Dir hette Davids Zorn und sein ergrimmte
Gezeiget wie du solst bewehrte Leute spotten
Man hette dich gelehrt was Königschimpfen
Drüm dank dem lieben GOtt: Das Wetter ist
Mit Schaden wird man klug. Ach zwinge die
Und ändre deinen Sinn ach lerne klüger werden
Daß du nicht wiederüm kömmst in solch Unge-
Ich rahte noch einmal laß von der Thorheit
Als Nabal gantz beteubt dieß alles eingenommen
Was vor ein Ungelükk’ hett auf ihn sollen kom-
Erschrakk er heftig sehr Er fiel in Ohnmacht
Verlohr in solcher Angst Gedanken Muht und
Als ihm die Schwachheit nun war wiederüm
Hat Er den Fall nicht groß zu fürchten ange-
Wie schrekklich er auch war: Er schlug es aus
Meynt daß Abigail es nur so groß gemacht.
Er zweifelt ob es auch sey alles so geschehen
Wie sie ihm vorgesagt Er wil es nicht gestehen
Verneinet daß er hab’ ein solchen Fehl gethan
Er schlägt es in den Wind und denket kaum
Er beist daß Sie so viel an Vorraht weggewen-
Und dankt ihr nicht daß Sie das Unglükk abge-
Und was das ärgste war Er ist so blind ge-
Er schlägt des Höchsten Gnad’ und Beystand
Drüm wirft ihn Gottes Hand ins Siechbett wie-
Weil keine Bessrung da: Es werden alle Glieder
An ihme matt und schwach hat weder Rast
Die Lebenskrafft nimmt ab; Die Krankheit
Als nun der Sonnen Liecht war neunmal aufge-
Und kaum zum zehndenmal zu scheinen ange-
Kam Nabals End’ herbey da schied’ er ab und
Da er vor großes Gut ein enges Grab erwarb.
Seht hier ein Beyspiel an: Den stets die Gold-
Der alles Gut und Geld zusammen scharrt und
Der bringt itzt nichts als ein schlecht Todten-
Ein ewigs Schandgerücht’ ist seiner Thorheit
Es wird bald laut und kund daß Nabal war ge-
Und daß Abigail die Freyheit hatt’ erworben
Die Fama bließ es aus und macht’ es offenbar
Dem Kenas erst als er auf seiner Nachtwach
Er war ein tapfrer Mann und hatte Davids
Verfolgung Kreutz und Leid getreulich helfen
Die Reihe war an ihm und muste Schildwach
Daß nicht der schlauhe Feind Sie möchte hin-
Er wandelt’ an dem Berg’ Er gteng da auf und
Er sah sich munter üm und schauet’ hin und wie-
Und daß der sanfte Schlaff ihn ja nicht über-
Fängt er ein Lied ehen an und singt mit srohem