Die vier Alter

By Hans Aßmann von Abschatz

Written 1672-01-01 - 1672-01-01

Ein Knabe der nun Fuß und Zunge brauchen kan

Hebt gerne Kinderspiel mit seines gleichen an

Zürnt und versöhnt sich leicht ist wandelbarer Sinnen

Wünscht alle Stunden ihm was neues zu beginnen.

Ein Jüngling ohne Barth in Freyheit nun gestellt

Hat Hund und Pferde lieb streicht durch das freye Feld

Zum Bösen weich als Wachs zum Straffen hart als Stahl

Geneigt zum Geld-verthun thut langsam gutte Wahl;

Will leichtlich oben aus ist voll Begier und Lust

Es wechseln Lieb und Haß gar bald in seiner Brust.

Bey nunmehr reiffem Mann ist alles umgewandt

Er sucht durch Geld und Freund zu bessern seinen Stand

Strebt Ruhm und Ehren nach vermeidet zu begehn

Woraus ihm späte Reu und Schande kan entstehn.

Viel Ungelegenheit sieht man beym Alter blühn;

Es scharrt und will ihm doch selbst den Genüß Gebrauch entziehn

Greifft alles furchtsam an und rechnet annoch weit

Ist träge voll Verdruß schiebt gern auff längre Zeit

Lobt seiner Jugend Thun und tadelt andrer Leben

Pflegt Jüngern Jungen gern Verweiß auch unersucht zu geben.