Die weise Güte GOttes bei der Zulassung des Bösen in dem Leben des Erzvaters Jos...
Der Gottheit Ehrfurchts-volle Tieffen, kan keiner auf den Grund einsehn,
Und seiner Vorsicht dunkle Wege, kan
Wer sich mit blinder Dreistigkeit er-
Der muß was
Der arme Mensch traut seinem Wizze und seiner
Wenn er von allen was
Da komt er in ein Labirinth, da er von rechten
Und folget einen falschen Licht, das ihn nicht leuch-
Da dreht er viele Zweifels-Knoten, womit er den
Womit er sich und andre strikket, und gänzlich in
Daher entspringt der eitle Wahn: woher der Ur-
Das ist das Räthsel jeder Zeit, das will er durch
Daher entstehn die eitlen Fragen: Warum der Schau-
Ein Garte der mehr scharfe Dornen, als süsse Ro-
Warum so vieles Ungelük das wir an den und
Da
Sie denken eine ewge Güte, ist um der Menschen
Die Weisheit hat so helle Augen, daß nichts ge-
Der Allmacht würkender Befehl, kan alles augen-
Gott trägt der Rache Donnerkeil, und ihren Bliz in seinen Händen.
Was sich demselben wiedersezzet zerschmettert gleich
Was seinen Willen wiederbellet, verstummt vor
Und dennoch sehn wir hie und da, das Böse auf der
Das vielen Guten schädlich ist; warum wird es
Wenn
Und wenn ein jeder muß gehorchen, der Allmacht
So kan es ja nicht anders seyn,
Was hier im Reiche böses ist. So pflegt der Men-
Und weil das nicht so gleich geschiehet; so macht er
Daß
Wie irrig ist doch der Verstand, der sich auf falsche
Und das was sich hie gar nicht reimmt, in dem Ge-
Zuerst schliest man aus falschen Grunde, soll
So muß es darin wie wir denken, nach unsrer al-
Die Allmacht muß die Bosheit steurn, den Weizen
Solt er darüber gleich die Frucht die gut, verder-
Jhr Menschen, die ihr also schliesset, bedenkt den
Ist sie nicht gleich dem Weizen-Akker, darauf der
Und Dorn und Diesteln ausgestreut, die mit den
Soll
So wird der Weize auch verlezzet. Ein König der
Der Weisheit Regelmaas betrachtet, mit Klugheit
Der Länder Wollfahrt übersieht, der muß auch oft
Das Böse das im Staat aufgeht, mit einer wei-
Sonst wird gar oft das Band der Völker, das in-
Wenn er mit den gerechten Flammen, das Böse
Gesezt es wär ein Unterthan, der durch ein unver-
Durch List, durch tobende Gewalt, dem Landes-
Der Fürste wenn er ihn bestrafte, durch seiner
Der hätte dadurch auch die Frommen der ganzen
Und diesen Fall zuvor gesehn, wie wären die gerech-
Dadurch er andre mit verderbt, die es doch nicht
Jhr lasset diese That nicht gelten, und nennt sie Un-
Jhr glaubt vielmehr ein weiser König, erwarte ei-
Da er die Würkung seines Grimms, an denen die
Kan ohn der frommen Untergang, zur Rettung
Gedenkt so macht es der Regierer, der dieser gan-
Er duldet das verfluchte Böse, das unser Erbfeind
Er läst es eine Zeitlang zu, daß Sünder wüten,
Der Frommen dünngesäte Schaar, durch ihre List
Damit nicht seines Grimmes Knechte, wie leider
Das Gute mit dem Bösen tilgen, aus heilgen Ei-
Des ewgen Wesens heilge Güt erträgt gar oft die
Warum? weil er aus Langmuth liebt, die von ihm
Er sucht sie wieder anzulokken, durch sein erbar-
Wenn sie wie wild und scheuche Rehen, in wilde
Er fähet sie durch seinen Zug, sie kehren um in
Und fallen dem, den sie erzürnt, in tief gebeugten
Der Sünder ändert seinen Wandel, er nüzt nun-
Den er in unbekehrten Stande, durch Aergernis
Hat
Weil er im Licht zuvor gesehn, des Sünders Herz
Verlezzet er sein heilges Wesen, wenn er das Bö-
Damit das Gute nicht verderbe, was es dabei
Wie wendet ihr dagegen ein: Ob
Das Böse würklich in der That, zu einen guten
So sehet nur in die Geschichte der alten Zeit, und
Da werden uns viel tausend Proben, dies zu be-
Doch nur ein Beispiel anzusehn, gedenkt was Jo-
Wie er in bange Noth gestürzt, von
Die Liebe des geneigten Vaters, erwekte ihm der
Sie sezten ihn in Angst und Wehe, als er einst
Der Haß des Neides Misgeburt, entflammte in
Verschwörung zu der Rachbegier, die Unschuld warf
Als ein Gefängnis, bis zum Tode. Jedoch der
Erregte hier noch das Gewissen, und zog die Hand
Zum Mord, durch die Natur zurük, der Rest der
Erstikte noch in ihren Blut, der Rache mörderliche
Sie liessen Joseph aus der Grube, verkauften ihn
Er kam, als wenn ihn
Hier denket, wer nicht weiter sieht: Regieret
Warum bewegt ihn nicht die Qual, des Jacobs, je-
Der seines liebsten Sohns beraubet, der kläglich
Da man ihn Joseph ist zerrissen und von dem Wild
Warum läst seine Güte zu, daß wilde Bosheit sol-
Und daß der Kinder Trug und List dem Vater sol-
Gerechter Himmel deine Schlüsse, spricht hier, die
Die sind ohnmüglich gut zu nennen, noch bei uns
Du kanst des Greisen bange Noth, sein ängstlich
Der trüben Augen Zährengus, dabei sein Herz be-
Und wirst doch nicht darob gerührt; du kanst der
Und läst sie bei der Schaden-Frende, in heimlichen
Du siehst die Unschuld wird gedrükt; und Joseph
Da er die reine Tugend liebt, ob seiner Gottesfurcht
Regierest du den Kreis der Erden, so müst es bil-
So denken die des Höchsten Wege, wie er uns füh-
Kommt sehet erst den Ausgang an, so werdet ihr
Wenn er das Böse gleich zuläßt, die Güte doch
Des Joseph armes Sclaven-Leben, war nicht so
Weil ihn die Vorsicht Huld und Liebe des Herrn,
Der Keuschheit reines Probestük, das brachte ihn
Gott ließ es darum weislich zu, ihn herrlich wie- der zu erretten,
Er war in dem Gefangenhause, der ewgen Vorsicht
Sah doch in seinen finstern Kerker, und gab ihm
Er ward den andern fürgesezt, die in den Ketten
Vor ihre Unvorsichtigkeit, vor ihre Uebelthat zu
Hier in dem Fortgang der Geschichte, sieht man
Der sich nun immer mehr ausbreitet, man merkt
Wie
Die an sich selber böse sind, dennoch zum Guten
Daß Joseph erst erniedrigt wurde, daß muste da-
Damit die Weisheit desto besser, ihn konte in der
Sie schenkte ihn den Gnaden-Geist, der Träume
Die sie in deren Sinn erwekt, die mit ihm in Ge-
Er kündigte dem Oberschenken, die königliche Gna-
Dem Becker daß er hängen solte, wie ihm in Traum
Und beides traf auch richtig ein, der Schenke wur-
Den brauchte
Der HErr der alle Dinge siehet, in ihrer unsicht-
Der alle künftgen Folgen kennet, die noch entstehn
Der wolte, daß das Seegensland nach sieben fett
Als ein gerechtes Strafgericht, so lang den Kum-
Dies ward in einen dunklen Traume den Pharao
Und als er seine Zeichendeuter, umsonst nach den
Da fiel den Schenken wieder ein, daß ein Hebreer das
Was man bei keinen weisen Mann in ganzen Kö-
Da trennten sich die dunklen Wolken, die Josephs
Der König der von ihm gehöret, ward durch ge-
Den weisen Jüngling auch zu sehn, die Gnade gab
Und er vermochte gleich den Traum, nach seiner Deu-
Welch ein verändertes Geschikke, ein Sclave wird
Der im Gefängnis tief gesessen, besteigt die Stuffen
Und wird ein königlicher Rath, der nahe an den
Und durch die Klugheit das regiert, was des Mo-
Sehn wir der Schikkung weises Fügen, wie wun-
In Joseph krummen Lebens-Lauffe, und wie es
So müssen wir gerührt gestehn, daß
Das Böse, wenn er es zuläst, dennoch zum gu-
Er lässet über seine Kinder, oft alle Trübsals-Wet-
Damit sie nach den trüben Wolken, die Sonne de-
Er führt sie in einen Thränen-Thal, nach Bochim;
Nach Elim wo ein voller Bach, zu ihrer Lust und
Er lässet sie durch Kreuzes-Wege auf harten Stei-
Damit sie nach der schweren Reise, ein Land voll
Dies zeiget, der in Unschuld siegt, des Herz ein
Der Joseph, der der Bosheit Raub, in einen herr-
Die Welt gleicht einen Jrregarten, und dem ver-
Worin die Quer und Kreuzes-Wege, so wunderbar
Daß man gar keinen Ausgang sieht, weil die ver-
Wenn uns des Weges Weiser fehlt, der uns den-
Der HErr der über alles siehet, und auch nach sei-
Dem Anfang, Fortgang und das Ende, auf ein-
Der sieht wie alles kommen muß, befördert unsern
Und Heiligkeit ist seine Schnur, die Weisheit ist
Damit er uns verborgen führet, wie uns der kla-
Den man Verwundrungs-voll erkennet, wenn al-
Und dies noch weiter einzusehn, so gebe man nur
Auf
Die Theurung kam drauf in das Land, und fraß
Den Vorrath des Getreides weg, den sie in Ca-
Da suchte jeder vor sein Leben, bei allgemeiner
Bei Joseph der zuvor gesammlet, das Korn zu sei-
Des alten Jacobs sein Geschlecht, begab sich auf
Und suchte in Egyptenland beim unbekannten Jo-
Der Vater der den Sohn verlohren, und den Ver-
Des Himmels hart Geschik beklaget, erfährt wie
Der liebste Sohn muß ihn ernährn, damit vorhin
Er hört zulezt das Joseph lebt, und in Egypten wie-
Die Brüder die ihm längst verkauffet, die kauffen
Als einen theuren Landes-Vater in Demut zu der
Den sie vorhin verfolgt, gehaßt den müssen sie mit
Den sie vorhin in Noth gebracht, der muß sie wie-
Seht das Vergeltungsrecht des Höchsten, der Bru-
Sie mit Gefangenschaft bedrohen; da musten sie
Das haben wir dadurch verdient, daß wir den Bruder liessen quälen
Als wir mit falscher Lust ansahn, die Küm- mernissen seiner Seelen.
Doch endlich brach sein liebreich Herze, das von ge-
Er machte sich mit Freuden-Thränen, als der ver-
Und zeigte wie des Höchsten Wink, zum Guten
Wenn Menschen in der argen Welt, mit List auf
Der alte Jaeob der von Kummer, und vielen Jah-
Sieht den gefundnen Joseph wieder, wird durch
Und lebt gleichsam von neuen auf, da er vorher
Die Sorge, Furcht und Schmerz gebleicht, ge-
Jhr die ihr euch so leicht verirret, wenn ihr ver-
Wie der Erhalter aller Dinge, des Schiksals krum-
Erwegt wie doch der Ausgang zeigt, daß er kein
Vielmehr durch seine Weisheit sucht, was wir ver-
Lernt wie wir leicht in Glauben scheitern, wenn
Des göttlichen Verhängnis wagen; wenn wir die
Mit unsres Geistes düstren Blik, da wir das eig-
Aus einen blinden Frevelmuth, nach unsrer Ein-
Lernt hie, wie man bei allen Dingen, den Aus-
Eh man von den verborgnen Wegen, von
Ein Urtheil der Gedanken fällt; weil wir sonst leicht
Das Jrrlicht blendender Vernunft, zu unsern richt-
Es ist nicht möglich, daß wir Menschen auf dieser
Warum der Höchste zugelassen, daß dies verhindert,
Wer dies aus Aberwiz verlangt, der will was er
Und sich in seiner Einbildung zu GOttes dunklen
Dahinter der Verstand erblindet, und die Vernunft
Wenn sie sich gar zu hoch erhebet, und über ihre
Genug in dieser Sterblichkeit, daß uns von
Erfahrung und die heilge Schrift, Exempel vor die
Die voll von seiner weisen Güte. Wer hätt an Jo-
Daß
Wie wir aus der Geschichte sehn; so macht ers
Es muß ihn jezt noch eben so, nach seinen weisen
Und können wir es nicht begreiffen, warum uns
Gedult! die Dunkelheit vergehet, wenn sie ein
Der Offenbahrung klares Wort hat uns, was die
Als eine leuchtende Latern, in heller Deutlichkeit
Sie lehret uns ein heilig Wesen, daß ein gerechter
Das nach der Weisheit stets regieret, und sich be-
Der gütig und barmherzig ist. Sie lehrt ohn alles
Das was uns in der Welt betrift, wird er zu un-
Denn nichts geschicht in seinen Reiche, was nicht
Wenn dieses nur das Herze gläubet; so wird die
Die einer weisen Vorsicht traut; und auf dem Fels
Kan unsre Wollfahrt allemahl, wie Noä Schif die