Die wohlfeilen Mädgen.

By Johann Georg Gressel

Zürnet doch ihr Mädgens nicht

Uber mein Beginnen

Und was ich auf euch gedicht

Zieht euch nicht zu Sinnen

Schlaget es nur in dem Wind

Denn die Wahrheit selten findt

Ein gewünscht und wohlgesinnt Gehöre.

Leget euren Stoltz hinweg

Angenehme Dinger

Eure Hoheit liegt im Dreck

Und wird stets geringer

Allenthalben seyd ihr feil

So daß um ein strohern Seil

Man kan vier und zwantzig Mädgen kauffen.

So fällt eure Hoheit hin

Und wil gantz verschwinden

Weil kein Vortheil kein Gewinn

An euch ist zu finden

Denn ihr gar zu häuffig laufft

Und man hundert Dirnens kaufft.

Auf den Trödel-Marckt um einen Dütgen.

Welche kommen selber her

Um sich zu verhandeln

Doch die müssen ohnbeschwer

Gleich zurücke wandeln

Denn wo man gnug haben kan

Nimmt man das nicht gerne an

Was kein Käuffer einzukauffen suchet.

Werfft ihr schon dagegen ein

Und fangt an zu bellen

Männer wolt ihr besser seyn

Als wir

Ja stellet ihr euch gleich erbost

Bleibt doch dieses unser Trost

Daß wir vor uns einsam leben können.