Die Wollust an das Frauen-Zimmer.
Jhr schönes Jungfern - Volck ihr holden Anmuths-
Schwaanen
Jhr seyd recht wunder-schön mit Pracht und Schmuck
geziert
Schaut auf das Liljen-Feld das auf den Brust-Altanen
Mit Rosen untermischt die Anmuth aufgeführt
Hört was mein kluger Mund vor süsse Liebes-Lehren
Der Freund-und Lieblichkeit euch jetzo geben will.
Jhr seyd das beste Gut der Männer ihr Begehren
Wohin ihr Wünschen geht und der Gedancken-Ziel.
Sie müssen euch zu Fuß in höchster Demuth fallen
Jhr siegt das harsche Hertz der wilden Krieger an
Jhr spielt mit starcker Gluth und werffet Feuer-Ballen
Damit man also fort ein Hertz erobern kan.
Entblösset eure Brust die
Den Geistern müssen sie der Liebe-Koder seyn
Sie sehn da Schnee und Blut zusammen Hochzeit machen
Die Anmuth ladet hier die Gäste selber ein.
Die
Ob sie ein
Die Perlen die man sieht an euren Brüsten hangen
Die kühlen wenn man sich den matten Geist verbrennt.
So putzt sie denn heraus entblößt euch in die Wette
Und seyd mit eurem Schatz nicht übermäßig rar
Er machet euch beliebt und bringet euch zu Bette
Und so verkauffet ihr dann theur genug die Waar.
Schneidt vorn die Kleider weg die Spitzen weggenommen
Den Anfang habt ihr zwar doch nicht genug gemacht
Die Brüste müssen bloß bis an die Wartzen kommen
Denn wird der schöne Schmuck ans Tages-Licht gebracht.
Auf schnüret in die Höh die weissen Liebes-Ballen
Versuchts auf alle Art macht Hals und Brüste bloß
So muß jedwedes Hertz wie hart es ist doch fallen
Die Macht des
So kan man keinen Blick in euren Busen führen
Daß nicht ein freyer Sinn in Sclaven-Ketten ächtzt
Nicht einer kan sein Heyl an solcher Macht probiren
Der nicht wenn sie sich zeigt nach ihrer Gnade lächtzt.
Wie! wenn ein sanffter Wind auf diesen Atlaß wehet
So hält die Lieblichkeit da ihren Tummel Platz
Die Anmuth mit der Lust auf Rosen Blättern gehet
Die Artigkeit vermehrt den ungemeinen Schatz.
Und wenn ihr nun dadurch die Ober-Herrschafft funden
Die euch beliebtes Volck doch schon in Händen ist
So lieget nichts daran daß man den Liebes-Wunden
Durch einen holden Blick den herben Schmertz versüßt.
Das Schauen gebet zu doch nicht das süsse Küssen
Bis sie durch eure Pracht erst recht
Sie sehnen sich darnach und lächtzen nach dem Bissen
Die Hoffnung zuckert schon das lange Warten ein.
Wenn nun die Liebes-Gluth in lichten Flammen brennet
Denn seyd so spröde nicht denn reicht die Kühlung dar.
Jhr Töchter kommet her die ihr mein Wesen kennet
Daß eure Brüste seyn mein süsses Rauch-Altar
Was ist wol lieblicher als mir der Wollust dienen.
Die auf ein Rosen-Bett die satten Glieder legt
Wer giebt euch euren Schmuck der reitzenden
Hat nicht mein muntrer Fleiß die Pracht euch eingeprägt?
Ich mache daß der Schnee der Perlen weissen Glieder
Sich in gar kurtzer Zeit in Alabast verkehrt;
Dann reisset keine Macht die festen Höhen nieder
Wann die erhabne Brust mich nur als Mutter ehrt.
Jhr seyd in meinem Schutz vor allen Feinden sicher
Legt nur die schwere Last des zarten Leibes hin
Verwerffet gantz und gar die mir verhaßten Tücher
Und kleidet euch so an wie
Was nützt ein grosser Schatz der in der Erden lieget?
Was ist ein Diamant der nicht poliret ist?
Was eine zarte Brust die man in Tücher schmieget
Daß deren silber Pracht kein heisses Auge küßt?
Ich weiß die Antwort wird an eurer Seiten fallen
Sie können alle drey zu nichtes dienlich seyn
Doch wenn der Schatz erlößt und bloß die Marmor-Ballen
Der Diamant polirt so sind sie alle fein.
Die Augen lasset frey an eurem Haupte gehen
Und blitzt mit starcken Strahl die heisse Liebes-Gluth.
Denn wird die gantze Welt vor euch entzücket stehen
Sie reichet willig dar so Leben Geist als Blut.
So nehmet denn in acht die süssen Liebes-Lehren
Die euch die Wollust jetzt die treue Mutter giebt
Laßt euch das Winseln nicht der Ehrbarkeit bethören
Die eur
Und fahrt nur ferner fort die Brüste aufzudecken
Die Augen lasset frey in eurem Kopffe gehn
So werdt ihr Ehr und Furcht in jedermann erwecken
Denn eure Schönheit wird durch solchen Ausputz schön.
Seht wie der Brüste Pracht schon hundert Federn loben
Wie
Wie eure Klugheit wird von jedermann erhoben
Daß ihr so künstlich könnt die Liebes-Flammen streun.
Jhr Töchter meiner Pracht ehrt diese holden Künste
Denckt daß mein treuer Mund mit süssen Lehren quilt
Was soll die Ehrbarkeit das leichte Wurm-Gespinste
Die auf die Liebes-Lust mit vollem Halse schilt.
Ich schliesse meinen Mund ihr angenehmen Schönen
Das kahle Weiblein tritt gantz murrisch schon heran
Es will mein treues Wort durch seine Zucht verhönen
Die schon vor langer Zeit die