Die Wollust an das Frauen-Zimmer.

By Johann Georg Gressel

Jhr schönes Jungfern - Volck ihr holden Anmuths-

Schwaanen

Jhr seyd recht wunder-schön mit Pracht und Schmuck

geziert

Schaut auf das Liljen-Feld das auf den Brust-Altanen

Mit Rosen untermischt die Anmuth aufgeführt

Hört was mein kluger Mund vor süsse Liebes-Lehren

Der Freund-und Lieblichkeit euch jetzo geben will.

Jhr seyd das beste Gut der Männer ihr Begehren

Wohin ihr Wünschen geht und der Gedancken-Ziel.

Sie müssen euch zu Fuß in höchster Demuth fallen

Jhr siegt das harsche Hertz der wilden Krieger an

Jhr spielt mit starcker Gluth und werffet Feuer-Ballen

Damit man also fort ein Hertz erobern kan.

Entblösset eure Brust die

Den Geistern müssen sie der Liebe-Koder seyn

Sie sehn da Schnee und Blut zusammen Hochzeit machen

Die Anmuth ladet hier die Gäste selber ein.

Die

Ob sie ein

Die Perlen die man sieht an euren Brüsten hangen

Die kühlen wenn man sich den matten Geist verbrennt.

So putzt sie denn heraus entblößt euch in die Wette

Und seyd mit eurem Schatz nicht übermäßig rar

Er machet euch beliebt und bringet euch zu Bette

Und so verkauffet ihr dann theur genug die Waar.

Schneidt vorn die Kleider weg die Spitzen weggenommen

Den Anfang habt ihr zwar doch nicht genug gemacht

Die Brüste müssen bloß bis an die Wartzen kommen

Denn wird der schöne Schmuck ans Tages-Licht gebracht.

Auf schnüret in die Höh die weissen Liebes-Ballen

Versuchts auf alle Art macht Hals und Brüste bloß

So muß jedwedes Hertz wie hart es ist doch fallen

Die Macht des

So kan man keinen Blick in euren Busen führen

Daß nicht ein freyer Sinn in Sclaven-Ketten ächtzt

Nicht einer kan sein Heyl an solcher Macht probiren

Der nicht wenn sie sich zeigt nach ihrer Gnade lächtzt.

Wie! wenn ein sanffter Wind auf diesen Atlaß wehet

So hält die Lieblichkeit da ihren Tummel Platz

Die Anmuth mit der Lust auf Rosen Blättern gehet

Die Artigkeit vermehrt den ungemeinen Schatz.

Und wenn ihr nun dadurch die Ober-Herrschafft funden

Die euch beliebtes Volck doch schon in Händen ist

So lieget nichts daran daß man den Liebes-Wunden

Durch einen holden Blick den herben Schmertz versüßt.

Das Schauen gebet zu doch nicht das süsse Küssen

Bis sie durch eure Pracht erst recht

Sie sehnen sich darnach und lächtzen nach dem Bissen

Die Hoffnung zuckert schon das lange Warten ein.

Wenn nun die Liebes-Gluth in lichten Flammen brennet

Denn seyd so spröde nicht denn reicht die Kühlung dar.

Jhr Töchter kommet her die ihr mein Wesen kennet

Daß eure Brüste seyn mein süsses Rauch-Altar

Was ist wol lieblicher als mir der Wollust dienen.

Die auf ein Rosen-Bett die satten Glieder legt

Wer giebt euch euren Schmuck der reitzenden

Hat nicht mein muntrer Fleiß die Pracht euch eingeprägt?

Ich mache daß der Schnee der Perlen weissen Glieder

Sich in gar kurtzer Zeit in Alabast verkehrt;

Dann reisset keine Macht die festen Höhen nieder

Wann die erhabne Brust mich nur als Mutter ehrt.

Jhr seyd in meinem Schutz vor allen Feinden sicher

Legt nur die schwere Last des zarten Leibes hin

Verwerffet gantz und gar die mir verhaßten Tücher

Und kleidet euch so an wie

Was nützt ein grosser Schatz der in der Erden lieget?

Was ist ein Diamant der nicht poliret ist?

Was eine zarte Brust die man in Tücher schmieget

Daß deren silber Pracht kein heisses Auge küßt?

Ich weiß die Antwort wird an eurer Seiten fallen

Sie können alle drey zu nichtes dienlich seyn

Doch wenn der Schatz erlößt und bloß die Marmor-Ballen

Der Diamant polirt so sind sie alle fein.

Die Augen lasset frey an eurem Haupte gehen

Und blitzt mit starcken Strahl die heisse Liebes-Gluth.

Denn wird die gantze Welt vor euch entzücket stehen

Sie reichet willig dar so Leben Geist als Blut.

So nehmet denn in acht die süssen Liebes-Lehren

Die euch die Wollust jetzt die treue Mutter giebt

Laßt euch das Winseln nicht der Ehrbarkeit bethören

Die eur

Und fahrt nur ferner fort die Brüste aufzudecken

Die Augen lasset frey in eurem Kopffe gehn

So werdt ihr Ehr und Furcht in jedermann erwecken

Denn eure Schönheit wird durch solchen Ausputz schön.

Seht wie der Brüste Pracht schon hundert Federn loben

Wie

Wie eure Klugheit wird von jedermann erhoben

Daß ihr so künstlich könnt die Liebes-Flammen streun.

Jhr Töchter meiner Pracht ehrt diese holden Künste

Denckt daß mein treuer Mund mit süssen Lehren quilt

Was soll die Ehrbarkeit das leichte Wurm-Gespinste

Die auf die Liebes-Lust mit vollem Halse schilt.

Ich schliesse meinen Mund ihr angenehmen Schönen

Das kahle Weiblein tritt gantz murrisch schon heran

Es will mein treues Wort durch seine Zucht verhönen

Die schon vor langer Zeit die