Die Wonneburg der Liebe Auf Hn. C. W. u. J. H. C. V. Hochzeit den 3. Septembr. 1...

By Heinrich Mühlpfort

Es stieg die Venus gleich aus ihrem Schwanen-Bette

Und hüllt’ in zarten Flor den Schnee der Glieder ein

In dem die Gratien umb sie geschäfftig seyn

Und ihre treue Dienst erweisen in die Wette.

Die flichtet Perl und Gold in die gerollten Haare

Ein andre ziert die Brust mit der Eder Wahre.

Sie schien nun satt geschmückt das Engel-gleiche Weib

Als wie der schnelle Blitz und wie der Parther Pfeile

Cupido zu ihr rennt; Rufft Mutter auf und eile

Wo mich getragen hat dein Lilgen-reicher Leib

Und wo du Mutter bist so komm’ und laß dich leiten

In eine

Ich habe selbst darzu den Grundstein erst gelegt

Der Meßstab den du sihst hat alles abgemessen

Jedweder Balcken ist gezimmert von Cypressen

Und thenrem Cedern-Holtz das Libanon sonst trägt

Das Pflaster ist gemacht von Jaspis und Achaten

Und Rosen drein gesetzt von brennenden Granaten.

Den Eingang ziert ein Thor von klarem Helffenbein

Der Hof grünt von Smaragd und blüht von Amethisten

Es muß der Hyacinth sich an den Mauren brüsten.

Die Wände putzt nicht nur ein seltner Marmelstein

Sardonich und Topaß vermischen sich Ophiten

Es blutet der Rubin bey grünen Chrysoliten.

Die Seulen sind Berill mit denen der Saffir

Vermählet seine Pracht und die gewelbte Decke

Beschämt den Himmel fast; das Blut der Purpur-Schnecke

Und was vor Schmeltzwerck mehr erhebt der Muscheln Zier

Ja Farben auf sie mahlt die über Pinsel-Striche

Sind würdig daß man sie mit diesem Glantz vergliche.

Jedweder Zimmer prangt mit seinem edlen Stein

Die Fenster sind erleucht von Demant und Chrystallen

Es darff kein Sonnen-Strahl in ihre Spiegel fallen

Sie haben an sich selbst ein ewig Licht und Schein.

Der Leib des Chalcedons das Fleisch der Carniolen

Ist von der Rahmen Rand als schlechter Zeug zu holen.

Die Tische sind klamm Gold darein des Künstlers Hand

Geschichte jener Zeit und der Verliebten Träume

Vortreflich hat geprägt; wie theils verkehrt in Bäume

Theils Blumen worden sind durch den so süssen Brand.

Narcissens Schönheit schmiltzt in einem klaren Bronnen

Und Clytie buhlt noch mit ihrem Mann der Sonnen.

Kurtz diese Taffeln stehn mit Uberfluß gedeckt.

Der güldne Reben-Safft springt in den blancken Sch alen.

Die Götter schmecken nicht auf ihren Freuden-Mahlen

So angenehme Kost so herrliches Confect.

Siren und Nachtigall und auch der Orpheus weichen

Wenn hierdas Ohre hörtViol de gammen streichen.

Es wohnt nur Schertz und Spiel in diesem schönen Saal.

Die Wollust hellt hier Hauß und geht auch hier zu Bette.

Die Zwitracht ist verbannt der Zorn ligt an der Kette

Und stete Wonne dämpfft der Sorgen bleiche Qual.

Ein Kuß ein keuscher Blick und Hertzverbindlich lachen

Muß da den Friedensbund vereinter Seelen machen.

In diese

O Mutter aller Lust der tausend Hertzen brennen

Die dich Vermehrerin deß Erden-Kreisses nennen.

Komm Liebes-Königin und nimm hier deine Ruh;

Es sind schon angespannt die Tauben und die Schwanen

Der Perlne Wagen ist besteckt mit Sieges-Fahnen.

Der Venus Außfarth war von grosser Herrligkeit.

Gleich wie Diana kömmt in Silber-weissen Wangen

Mit einem Sternen-Heer bey brauner Nacht gegangen

So zog ihr Nymfen-Volck das Blumen umb sich streut

Und Freuden-Lieder singt biß daß sie eingezogen

Die

Cupido lieff bemüht nackt sonder einen Pfeil

Die Seelen Herrscherin demüthig zu bedienen.

Ob schon die Gratien und Nymfen all’ erschienen

So sprach er; meiner

Auff diesen Tag geschehn itzt blühet mein Gelücke

Ach daß die Mutter sich doch bey dem Sohn er quicke.

Als sie nun Speiß und Tranck und die Music vergnügt

Verwundert Venus nur die theuren Seltenheiten.

Wie Kunst und Kostbarkeit stets umb den Vorzug streiten.

Sie schwört daß diese

Als Erix hoher Berg als Amathuntens Spitzen

Als ihr Schloß Gnidien wo sie sonst pflegt zu sitzen.

Darauf bringt der kleine Schalck (O Stiffter süsser Pein!)

Herr Wonneburgen her Gefangnen gleich gebunden

Und schreyt aus hellem Hals den Gast den ich gefunden

Gold-Mutter laß ihn doch bey dir Leib-Wächter seyn.

So lange du hier wirst mit deinen Töchtern wohnen

So wird er keinen Fleiß noch Müh und Arbeit schonen.

Er goß drauf in ein Glaß das auch Venedig nicht

So sauber liefern kan Safft röther als Rubinen

Und der viel stärcker riecht als Balsam und Jeßminen.

Jedweder Nymfe tranck und färbt ihr Angesicht

So daß auch eine gar mit Blicken und Geberden

Gab deutlich zu verstehn sie müst ein Aetna werden.

Dione nahm die Kron von ihrem Locken-Haar

Und satzte sie ihr auf spricht weil ich bin geladen

So bin ich wie du heist auch

Auf bau aus Andacht mir ein keusches Liebs-Altar.

Du

Ein Strahlenreicher Stern und Anmuths-volle Sonne.

Trinck diesen Nectar-Tranck den itzt Cupido reicht.

Dein Hertze soll allein sein würdig Opffer heissen;

Und der hier für dir steht wird eben sich befleissen

Daß seine Liebes-Glut und Treu der deinen gleicht.

Die Jugend küst mit recht der Jugend Morgen-Rosen

Und Lilien stehn wol bey blühenden Zeitlosen.

Mehr so ergriff sie auch den Bräutgam bey der Hand

Und baid sie beyderseits in

Es müse rief die Schaar der Nymfen wolgelingen.

Mit gildnen Zeilen sch

Weg Neid dein gifftig Maul kan nicht den

Hier ist die