Die Wonneburg der Liebe Auf Hn. C. W. u. J. H. C. V. Hochzeit den 3. Septembr. 1...
Es stieg die Venus gleich aus ihrem Schwanen-Bette
Und hüllt’ in zarten Flor den Schnee der Glieder ein
In dem die Gratien umb sie geschäfftig seyn
Und ihre treue Dienst erweisen in die Wette.
Die flichtet Perl und Gold in die gerollten Haare
Ein andre ziert die Brust mit der Eder Wahre.
Sie schien nun satt geschmückt das Engel-gleiche Weib
Als wie der schnelle Blitz und wie der Parther Pfeile
Cupido zu ihr rennt; Rufft Mutter auf und eile
Wo mich getragen hat dein Lilgen-reicher Leib
Und wo du Mutter bist so komm’ und laß dich leiten
In eine
Ich habe selbst darzu den Grundstein erst gelegt
Der Meßstab den du sihst hat alles abgemessen
Jedweder Balcken ist gezimmert von Cypressen
Und thenrem Cedern-Holtz das Libanon sonst trägt
Das Pflaster ist gemacht von Jaspis und Achaten
Und Rosen drein gesetzt von brennenden Granaten.
Den Eingang ziert ein Thor von klarem Helffenbein
Der Hof grünt von Smaragd und blüht von Amethisten
Es muß der Hyacinth sich an den Mauren brüsten.
Die Wände putzt nicht nur ein seltner Marmelstein
Sardonich und Topaß vermischen sich Ophiten
Es blutet der Rubin bey grünen Chrysoliten.
Die Seulen sind Berill mit denen der Saffir
Vermählet seine Pracht und die gewelbte Decke
Beschämt den Himmel fast; das Blut der Purpur-Schnecke
Und was vor Schmeltzwerck mehr erhebt der Muscheln Zier
Ja Farben auf sie mahlt die über Pinsel-Striche
Sind würdig daß man sie mit diesem Glantz vergliche.
Jedweder Zimmer prangt mit seinem edlen Stein
Die Fenster sind erleucht von Demant und Chrystallen
Es darff kein Sonnen-Strahl in ihre Spiegel fallen
Sie haben an sich selbst ein ewig Licht und Schein.
Der Leib des Chalcedons das Fleisch der Carniolen
Ist von der Rahmen Rand als schlechter Zeug zu holen.
Die Tische sind klamm Gold darein des Künstlers Hand
Geschichte jener Zeit und der Verliebten Träume
Vortreflich hat geprägt; wie theils verkehrt in Bäume
Theils Blumen worden sind durch den so süssen Brand.
Narcissens Schönheit schmiltzt in einem klaren Bronnen
Und Clytie buhlt noch mit ihrem Mann der Sonnen.
Kurtz diese Taffeln stehn mit Uberfluß gedeckt.
Der güldne Reben-Safft springt in den blancken Sch alen.
Die Götter schmecken nicht auf ihren Freuden-Mahlen
So angenehme Kost so herrliches Confect.
Siren und Nachtigall und auch der Orpheus weichen
Wenn hierdas Ohre hörtViol de gammen streichen.
Es wohnt nur Schertz und Spiel in diesem schönen Saal.
Die Wollust hellt hier Hauß und geht auch hier zu Bette.
Die Zwitracht ist verbannt der Zorn ligt an der Kette
Und stete Wonne dämpfft der Sorgen bleiche Qual.
Ein Kuß ein keuscher Blick und Hertzverbindlich lachen
Muß da den Friedensbund vereinter Seelen machen.
In diese
O Mutter aller Lust der tausend Hertzen brennen
Die dich Vermehrerin deß Erden-Kreisses nennen.
Komm Liebes-Königin und nimm hier deine Ruh;
Es sind schon angespannt die Tauben und die Schwanen
Der Perlne Wagen ist besteckt mit Sieges-Fahnen.
Der Venus Außfarth war von grosser Herrligkeit.
Gleich wie Diana kömmt in Silber-weissen Wangen
Mit einem Sternen-Heer bey brauner Nacht gegangen
So zog ihr Nymfen-Volck das Blumen umb sich streut
Und Freuden-Lieder singt biß daß sie eingezogen
Die
Cupido lieff bemüht nackt sonder einen Pfeil
Die Seelen Herrscherin demüthig zu bedienen.
Ob schon die Gratien und Nymfen all’ erschienen
So sprach er; meiner
Auff diesen Tag geschehn itzt blühet mein Gelücke
Ach daß die Mutter sich doch bey dem Sohn er quicke.
Als sie nun Speiß und Tranck und die Music vergnügt
Verwundert Venus nur die theuren Seltenheiten.
Wie Kunst und Kostbarkeit stets umb den Vorzug streiten.
Sie schwört daß diese
Als Erix hoher Berg als Amathuntens Spitzen
Als ihr Schloß Gnidien wo sie sonst pflegt zu sitzen.
Darauf bringt der kleine Schalck (O Stiffter süsser Pein!)
Herr Wonneburgen her Gefangnen gleich gebunden
Und schreyt aus hellem Hals den Gast den ich gefunden
Gold-Mutter laß ihn doch bey dir Leib-Wächter seyn.
So lange du hier wirst mit deinen Töchtern wohnen
So wird er keinen Fleiß noch Müh und Arbeit schonen.
Er goß drauf in ein Glaß das auch Venedig nicht
So sauber liefern kan Safft röther als Rubinen
Und der viel stärcker riecht als Balsam und Jeßminen.
Jedweder Nymfe tranck und färbt ihr Angesicht
So daß auch eine gar mit Blicken und Geberden
Gab deutlich zu verstehn sie müst ein Aetna werden.
Dione nahm die Kron von ihrem Locken-Haar
Und satzte sie ihr auf spricht weil ich bin geladen
So bin ich wie du heist auch
Auf bau aus Andacht mir ein keusches Liebs-Altar.
Du
Ein Strahlenreicher Stern und Anmuths-volle Sonne.
Trinck diesen Nectar-Tranck den itzt Cupido reicht.
Dein Hertze soll allein sein würdig Opffer heissen;
Und der hier für dir steht wird eben sich befleissen
Daß seine Liebes-Glut und Treu der deinen gleicht.
Die Jugend küst mit recht der Jugend Morgen-Rosen
Und Lilien stehn wol bey blühenden Zeitlosen.
Mehr so ergriff sie auch den Bräutgam bey der Hand
Und baid sie beyderseits in
Es müse rief die Schaar der Nymfen wolgelingen.
Mit gildnen Zeilen sch
Weg Neid dein gifftig Maul kan nicht den
Hier ist die