Die wunderbahre Vermehrung des Getraides als eine sinnliche Vorstellung der gött...

By Johann Justus Ebeling

Nicht ohn bewunderndes Vergnügen wird man in einem jeden Jahr,

Wie das Getraide sich vermehret, auf

Ein Körnchen das da ausgesät,

Worin die Körner zwanzigfach, ja hundertfach sich

Es stekket in den Saamenkörnern, so viel verborg-

Daß jedes kan mehr Aehren spriessen, wie man

In vielen Proben angesehn; Auf eines Halmen

Sieht man bisweilen hie und da, ein Büschel vie-

Man sieht dies an als seltne Proben der öfters spie-

Allein mit meines Geistes Augen, seh ich die Ehr-

Der wunderbahren GOttheit an, die uns darin den

Von seiner grossen Schöpfers-Kraft hat wollen vor

Man zähle diese Saamenkörner, die aus dem einz-

Man streu dieselben in die Aekker; so wird man sie

Man säe diese grosse Zahl was wird man nicht in

Für eine aufgehäufte Meng aus einem einzgen Korn

Und welch ein Hauffe wird erwachsen, wenn man

Und damit tausend Jahr und drüber in seinen Rech-

Da stuzt der ganz verschlungne Sinn, bei einem

Von Körnern die doch insgesamt, aus einen Korn

Die Zahl steigt ins Unendliche, es faßt sie keine

Man sieht von vielen Millionen ein aufgehäuftes

Das Auge des Verstandes merkt, bey dem fast

Die GOttheit habe ihn gezeigt: Es sey ein Wesen

Das kein Begrif kan übersehen, und keine Den-

Auch so wie sie sich in Geschöpfen des Reiches der

O! unermeßlich All! O! GOtt! du bist ein ewger

Den wir in Unvollkommenheit, nur blos allein be-

Wir denken an des Abgrunds Tieffen, die unsern

Den die Unendlichkeit betäubet mit Ehrfurcht gleich

Wir lassen diesen Ausspruch hörn: Wer wird sich

Ein Wesen das unendlich ist, in der Vernunft Be-

Jhr Narren die ihr dieses wollet, und euch zu sei-

Bedenket eh ihrs euch erkühnet, was weislich ein

Berechnet mir zuerst die Zahl der Körner, die aus

Nach einen angenomnen Saz, so wie sie sich ver-

So lange als das Feld geblühet; so lang die Frucht

Jhr sagt: Wer kan die Zahlen fassen, sie sind zu

Wollan! wie waget ihr euch denn, aus Thorheit

Des Schöpfers unermeßne Grös, die doch unend-