[Die Zeit läst ihre Flucht uns täg- und stündlich schauen]

By Hans Aßmann von Abschatz

Written 1672-01-01 - 1672-01-01

Die Zeit läst ihre Flucht uns täg- und stündlich schauen

Und dennoch wollen wir auff ihre Länge bauen:

Ein Sclave fremder Gunst stirbt eh er ihm gelebt

Ein Knecht der blinden Lieb ein Diener seiner Gütter

Macht ihm sein Leben selbst durch Furcht und Hoffnung bitter.

Wer kühner Hitze voll nach fremden Blutte strebt

Sucht offters vor der Zeit sein eignes zu verlieren

Wer sich den schnöden Dunst der Ehre läst verführen

Dient vor ein Gauckel-Spiel des Glückes und der Zeit.

Was trachtet ihr denn viel ihr Bürger dieser Erden

Begünstigt reich geliebt gefürcht und hoch zu werden?

Wenn ihr doch Erd aus Erd und Staub und Asche seyd.