Die Zweifel.
Einmal noch, o Auserwählte,
Sink' ich an dein athmend Herz.
Dir vertraut der Tiefgequälte
Seine Sorgen, seinen Schmerz.
Dir am Busen wimmernd liegend,
Werd' ich alles Zagens los.
Dich umflechtend, dich umschmiegend
Fühl' ich stark mich, kühn und gross.
Auf des Zweifelmuthes Wellen
Schwankt der Hoffnung leichter Kahn;
Stürme geisseln, Strudel schwellen
Den geschwärzten Ozean;
Schleudern itzt den morschen Nachen
Schäumend bis zum Sirius,
Stürzen dann mit lautem Krachen
Nieder ihn zum Erebus.
Manches schmeichlerische Hoffen
Flüstert leisen Trost mir zu,
Und Elysium steht mir offen,
Und der Orkus schliesst sich zu.
Um mich säuseln Edenslüfte,
Um mich lispelt Lautenklang.
Fernher wehn Violendüfte,
Fernher flötet Brautgesang.
Seligkeit, die mich durchschaudert,
Ahnung, die mich himmelwärts
Flügelt, dir zu glauben, zaudert
Des Verzagten zweifelnd Herz.
Nein, den Blöden, nein, den Armen
Meint Adelens Liebe nicht.
Nein, nicht Lieb' ists, nur Erbarmen,
Was Adelens Auge spricht.