Dornröschen

By August Heinrich Hoffmann von Fallersleben

Written 1836-01-01 - 1836-01-01

Dornröschen schläft schon manches Jahr,

Und mit dem guten Kinde

Schläft Alles was ihm theuer war,

Sein Haus- und Hofgesinde.

Da tönt kein Wort, da schallt kein Lied,

Da wohnt nur Geisterschauer,

Und eine dichte Hecke zieht

Sich um des Schlosses Mauer.

Und höher wird Jahr aus Jahr ein

Das wilde Dorngehege;

Nur Mond und Sonne blickt hinein

Vom hohen Himmelswege.

Und Zinnen, Dach und Wetterhahn

Sind längst dem Blick entschwunden,

Und Niemand hat bisher die Bahn

Noch auch das Schloß gefunden.