Dreyhundert und achtes Sonett.

By Francesco Petrarca

Written 1339-01-01 - 1339-01-01

Oft sagt mein treuer Spiegel mir, daneben

Die andre Haut, der Geist, dem nichts gelinget,

Kraft und Gewandtheit, die vergebens ringet:

„Birg dir es nicht, du bist doch alt nun eben!

Das Beßt' ist stets, sich der Natur ergeben,

Da uns die Zeit um Kraft zu kämpfen bringet.“ –

Dann schnell, wie Wasserstrom die Gluth bezwinget,

Erwach' aus langem Schlaf' ich neu zum Leben,

Und seh', wie unsre Tag' im Flug entwallen,

Wie einmahl nur das Leben wird gefunden;

Und hör' ein Wörtlein drinnen mir erschallen

Von ihr, die schönen Knotens nun entbunden,

Doch hier vordem so einzig war vor Allen,

Daß Allen, denk' ich, sie den Ruhm entwunden.