Druck und Gegendruck

By Ludwig Achim von Arnim

Written 1806-01-01 - 1806-01-01

Schön klar einstmal die Sonne

Leuchtet mit ihrem Schein,

Als ich nach Herzens Wonne

Spazieren gieng allein,

In grünen Wald am Morgen,

Darin fand ich verborgen

Ein schöns Jungfräulein voll Sorgen;

Drum fragt ich es bald in Geheim,

Auf wen sie wartet hier allein.

Sie sprach: ich liebt im Herzen

Ein Jüngling tugendvoll;

Er aber thät nur scherzen,

Und lohnte mir nit wohl,

Drum will ich hier verderben.

Ich sprach: Ihr sollt nit sterben,

Laßt mich euer Gunst erwerben,

Und drückt mich an ihr Herz hinan,

Daß mir vor Lieb das mein zersprang.