E. N.
Ich soll mich mit gewalt verlieben
Mir ist zur inclination
Ein artig mädgen vorgeschrieben;
Wiewohl ich bleibe noch davon
Weil ich das marck der besten jahre
Vor mich und gute freunde spare.
Ich habe zwar nichts auszusetzen
Das mädgen ist wohl liebens werth.
Und diesen will ich glücklich schätzen
Den sie zum courtisan begehrt.
Nur ich will mich des glücks begeben
Und in beliebter freyheit leben.
Sie weiß sich propre auffzuführen;
Manch frauen-zimmer läst auch drum
Ein krummes maul zum possen spüren
Doch das verdoppelt ihren ruhm.
Die armen sünder müssen passen
Und ihr das prä in allen lassen.
Wem sind die wunder-schönen blicke
Und ihre minen nicht bekandt?
Es fehlt ihr nichts in keinem stücke
Was sie nur hat das ist galant.
Der wird erst schöne sachen wissen
Der sie mit appetit darff küssen.
Mir steht die thür vor andern offen.
Doch weil mich vor die courtoisie
Mein glücke läst was bessers hoffen
So geb ich mir auch keine müh
Und habe den termin im lieben
Auff lange zeit noch abgeschrieben.
Ich will bey guten freunden bleiben
Die sollen manchen lieben tag
Die lange zeit gewünscht vertreiben.
Und weil Coffee und auch toback
Die angenehme lust vermehren
Will ich die liebe noch verschweren.
Wenn ja mein hertz an solchen dingen
Sich endlich noch verplämpern soll
So laß ich mich durchaus nicht zwingen
Gezwungne speise schmeckt nicht wohl.
Ich muß die wahl und freyheit haben
Wenn ich mich soll nach wunsche laben.
Und also last mich
Mit einer inelination
Sonst geht mir alle lust verlohren.
Deßwegen bleib ich auch davon
Und mag mich nicht damit vermengen
Noch vor der zeit die flügel hengen.