E r ist glücklich im S chlaffe.

By Christian Friedrich Hunold

Erwünschte Nacht! ihr angenehmen Schatten!

Was vor ein Strahl umzircket mein Gezehlt?

Will sich mit mir noch eine Sonne gatten

Die sich anitzt zu meinem Bette stellt?

Ach Engels-Kind sey tausendmahl willkommen

Wie bin ich doch so unverhofft beglückt?

Wo hast du denn die Gnade hergenommen

Daß deine Brust noch meinen Geist erquickt?

Komm lege dich auf dieses sanffte Küssen

Hier findest du der Liebe Sammel-Platz

Dein Zucker soll mir alle Quaal versüssen

Vergnüge mich du auserwehlter Schatz.

Umarme doch mit wollen weichen Händen

Den heissen Leib der sich nach Kühlung sehnt

Erhebe dich mit deinen zarten Lenden

Schau wie die Lust schon alle Glieder dehnt.

Es sind mein Kind zwar allzu enge Schrancken

Allein es geht mit süssen Zwang hinein

Ach Zucker-Kost der kützlenden Gedancken

Dabey das Marck muß ausgezehret seyn.

Ach laß uns doch die Freude recht geniessen

Bemühe dich und förder ihren Lauff.

Itzt wird sich gleich der süsse Thau ergiessen

Ach Kind! Ach Schatz! thu deine Muschel auf.

Nur noch einmahl. - - Wie bist du gar verschwunden?

Verfluchter Traum der mich so sehr betrügt!

Wo bleiben nun die Anmuhts-vollen Stunden?

Wo ist mein Schatz der mir in Armen liegt?

Ach alles ist nur Phantasie zu nennen!

Die führt mich offt auf diese falsche Bahn.

Ach Schönste soll ich stets vergebens brennen?

Was hat dir doch dein treuer Knecht gethan.

Ich seuffze zwar alleine gantz vergebens

Was hilfft die Nacht wenn mich die Sonne quält.

Ich sehe schon das Ende meines Lebens

Wo mich dein Strahl der Liebe nicht beseelt.