E r ist unglücklich.

By Christian Friedrich Hunold

Stürmen denn die Unglücks-Wetter

Häuffig auff mich Armen zu?

Himmel werde mein Erretter

Schütze meiner Seelen Ruh!

Doch nein der Himmel hat mir Hertz und Ohr verschlossen

Wo bin ich endlich hin zu meiner Qvaal verstossen?

Meine Sonn' ist untergangen

In die düstre Schmertzens-See.

Schatten die den Geist umfangen

Sind nur Jammer Ach und Weh.

Ihr Augen weinet Blut weil keine Thränen reichen

Den Demant-festen Sinn des Schicksals zu erweichen.

Lisimene werthste Seele!

Wo sind deine Strahlen hin?

Ich lieg' in der Marter-Höle

Weil ich nun entfernet bin.

Ach daß mein Auge doch die Sonne nie erblicket

Die mir nun Finsterniß und andern Klarheit schicket.

Wenn ich doch nur nicht gebunden

Schönste solte von dir gehn

Aber so muß meinen Wunden

Linderung und Hülff' entstehn.

Ach Amors Güte hat mich nur so hoch gestellet

Daß mich sein harter Grimm nun desto tieffer fället.

Lust und Freude muß ersterben

Mein Vergnügen küst das Grab.

Kont' ich vormahls Rosen erben

Nun so brech ich Dornen ab.

Doch darff dein schöner Arm mich nun nicht mehr vergnügen

So laß mich nur zum Trost in deinen Hertzen liegen.