[Eben kam mir ein ächter Bußgedanke]

By Georg Friedrich Daumer

Written 1823-01-01 - 1823-01-01

Eben kam mir ein ächter Bußgedanke;

Kehren wollt' ich in heilsam enge Schranke;

Doch mein Liebchen, es lugt herein mit hellen

Schelmenaugen und merket, daß ich kranke,

Schleicht dann näher und lacht mich aus und schmeichelt

Und umgarnet die Seele mir, die schwanke.

Ach, wie lacht mich ihr Mündchen an, das rothe,

Ach, wie reißt mich ihr Brüstchen hin, das blanke!

Sag', o Himmel, o sage selbst, wie bliebe

Frei das Innere hier von argem Wanke?

Du, das Gold der realen Wonne heischend,

Giebst so luftige Waare nur zum Danke!

Drum erlaube mir immer noch ein wenig,

Daß ein traulicher Arm mich süß umranke!