Ein ander gedichte/ auf selbige hochzeit:

By Johannes Plavius

Viel tugendsame braut ich kan nicht vnterlassen

Ich muss nun ewre frewd' auch in die feder fassen

Vnd frewen mich mit euch. Weil aber ewre frewd'

In dem alleine steht was jhr einander seyd

Als wil ich für dismal den bräutigam beschreiben

Doch soll ewr hoher ruhm hieneben nicht verbleiben.

Ich schreibe wie ich kan so viel die kürtze leidt

Was jhr nu allebeid' in diesem stande seyd:

Er ist was jhr besinnt jhr wonhaus seiner sinnen

Er ist ewr auffenthalt jhr alle sein beginnen

Er ist ewr hertzen-fewr; jhr seiner augenliecht

Er ist was euch vergnügt jhr seyd was jhm gebricht.

Er ist ewr rebenstock jhr weinstock seiner reben

Er ist ewr sanfter todt; jhr seines lebens leben

Er ist ewr grüner stamm jhr seiner jugend blum';

Er ewrer jugend preiß jhr seiner tugend ruhm.

Er ist ewr heller mon; jhr seine klare sonne

Er ist ewr' hertzen-lust; jhr seines hertzen wonne

Er ist ewr hertz' vnd mund; jhr seines hertzen hertz'

Er ist ewr stetes fewr; jhr seiner kertzen kertz'

Er ist ewr zeit-vertreib jhr seine trösterinne

Er thut was euch behagt jhr macht's nach seinem sinne

Er ist ewr tewrer schatz jhr seyd sein bestes gut

Er ist ewr augentrost jhr seyd sein wolgemuth.

Er ist ewr schöner krantz; jhr seines häuptes krone

Euch giebt der fromme Gott jhm vnd jhn euch zu lohne

Ewr hertze bleibet jhm sein hertze bleibet euch

So macht der fromme Gott zwey liebe reich vnd gleich.