Ein anderer an einen andern. JESUS .

By Heinrich Mühlpfort

Der Eltern liebstes Pfand der Musen Lust und Wonne

Gelehrter Tugend Kern mein Modrach zieht von

Der Himmel schein’ ihn an mit seiner Gnaden-Sonne

Und stell’ ihm einen May der Liebligkeiten für

Er aber werther Freund woll’ ihn geneigt empfangen

Er wird dem Pleiß-Athen zu Ruhm und Ehren blühn

Es brennt sein Hertze schon für eyfrigen Verlangen

In deß Herrn Buhlen Hauß ein: als ein Gast zu ziehn.

Mit tausend Trähnen hat er unsre Stadt verlassen

Die ihm der Freunde Treu auß Pflicht geliefert hat

Daß so viel Engel itzt ihn auf der Reiß umfassen

Biß er siht wohl beglückt die grüne Linden-Stadt.

Es setzt das Vater-Land auf ihn ein grosses hoffen

Daß er ins künfftige sol Rath und Schützer seyn

Mich dünckt ich sehe schon der Themis Tempel offen

Die Göttin nimmt ihn auch zu ihrem Kleinod ein.

Er hat manch kluges Buch mit Nutzen auffgeschlagen

Der Tugend Morgenröth im

Wie solt’ er mit der Zeit nicht reiffe Früchte tragen

Da ihn von Wiegen an der Phöbus angelacht.

Es wird sich

Der Clarien ihr Hertz Alberti seyn bemüht

Wie diese Pflantze mog in Helikon gedeyen

Als derer Treffligkeit er schon auffsprossen siht.

Mein Buhle wird gewiß sein Hertz auch lassen blicken

Dieweil er vest und tief in unsern Hertzen steht

Und sein Gedächtnüß kan oft unsern Geist erquicken

Ich seh’ auch diß im Geist wie er zu rathe geht

Und alle Freundschaffts-Pflicht ist embsig zuerfullen

Wer kennt die Redlichkeit deß werthen Buhlen nicht?

Der Höchste schicke diß nach seinem weisen Willen

Daß auch in Ewigkeit nichts dieses Bündnüß bricht.

Ich wünsche nochmahls Heyl und tausendfaches Glücke

Der dreymahl grosse GOtt halt über ihn die Hand;

Mein Siegel ist das Hertz daß ich dem Brief aufdrücke

Er öffne itzt sein Hauß und küsse dieses Pfand.