Ein anderer an einen andern. JESUS .
Der Eltern liebstes Pfand der Musen Lust und Wonne
Gelehrter Tugend Kern mein Modrach zieht von
Der Himmel schein’ ihn an mit seiner Gnaden-Sonne
Und stell’ ihm einen May der Liebligkeiten für
Er aber werther Freund woll’ ihn geneigt empfangen
Er wird dem Pleiß-Athen zu Ruhm und Ehren blühn
Es brennt sein Hertze schon für eyfrigen Verlangen
In deß Herrn Buhlen Hauß ein: als ein Gast zu ziehn.
Mit tausend Trähnen hat er unsre Stadt verlassen
Die ihm der Freunde Treu auß Pflicht geliefert hat
Daß so viel Engel itzt ihn auf der Reiß umfassen
Biß er siht wohl beglückt die grüne Linden-Stadt.
Es setzt das Vater-Land auf ihn ein grosses hoffen
Daß er ins künfftige sol Rath und Schützer seyn
Mich dünckt ich sehe schon der Themis Tempel offen
Die Göttin nimmt ihn auch zu ihrem Kleinod ein.
Er hat manch kluges Buch mit Nutzen auffgeschlagen
Der Tugend Morgenröth im
Wie solt’ er mit der Zeit nicht reiffe Früchte tragen
Da ihn von Wiegen an der Phöbus angelacht.
Es wird sich
Der Clarien ihr Hertz Alberti seyn bemüht
Wie diese Pflantze mog in Helikon gedeyen
Als derer Treffligkeit er schon auffsprossen siht.
Mein Buhle wird gewiß sein Hertz auch lassen blicken
Dieweil er vest und tief in unsern Hertzen steht
Und sein Gedächtnüß kan oft unsern Geist erquicken
Ich seh’ auch diß im Geist wie er zu rathe geht
Und alle Freundschaffts-Pflicht ist embsig zuerfullen
Wer kennt die Redlichkeit deß werthen Buhlen nicht?
Der Höchste schicke diß nach seinem weisen Willen
Daß auch in Ewigkeit nichts dieses Bündnüß bricht.
Ich wünsche nochmahls Heyl und tausendfaches Glücke
Der dreymahl grosse GOtt halt über ihn die Hand;
Mein Siegel ist das Hertz daß ich dem Brief aufdrücke
Er öffne itzt sein Hauß und küsse dieses Pfand.