Ein anders.

By Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau

Ach! wirff doch einen blick auff deine silber-ballen

Verstockte Sylvia

Sie sind dem tode nah;

Die spitzen lassen schon die rosen-blüthe fallen

Die berge ziehn die stoltzen liljen ein

Und werden bald so gleich wie deine wangen seyn.

Wie sind wir schreyen sie dann darum nur erschaffen

Daß uns ein blinder groll

In kercker schliessen soll?

Cupido nennet uns ja seine liebes-waffen.

Was kommet dich dann für ein eyffer an

Daß du o Sylvia! uns in den bann gethan?

Ihr männer helffet uns durch eure macht errteten!

Zerreißt das mörder-schloß

Und macht uns wieder loß.

Wir lieben keinen zwang und leiden keine ketten

Und Franckreichs mod’ und tolle kleider-pracht

Mag seyn für wen sie will nur nicht für uns gemacht.

So klagen Sylvia die hart-bedrängten Kinder.

Ach höre doch ihr schrey’n

Und hilff sie bald befrey’n

Wo nicht so schneid sie ab und wirff sie vor die rinder.

Dann wann sie nur im finstern sollen ruhn

So kan dirs wann du willst auch wohl ein schuptuch thun.