Ein anders.

By Heinrich Mühlpfort

Zeugt Sternen zeugt von meinen lichten Flammen

Ich pflag zuvor die Liebe zu verdammen

Das Wort dazu mein Mund schien ungeübt

Bricht itzt heraus: Ich bin ich bin verliebt.

Die hohe Macht so über mich geschlossen

Und meinem Blut die Regung eingegossen

Kan wie ein Feur nicht länger heimlich seyn

Sie weist der Welt den reinen Glantz und Schein.

Zwar was ich mir zum Grundstein auserwehlet

Soll Tugend seyn mit der ich mich vermählet:

Ein edler Geist ein Treu-verbundner Muth

Beständigkeit mein Schmuck und höchstes Gut.

In diesem Brand wil ich unendlich leuchten

Aurora mag das frische Graß befeuchten

Die braune Nacht das matte Feld bethaun

Man soll mich doch stets unverändert schaun.

Und fühl ich gleich Cupido deine Stricke

Mein Fuß und Hertz weicht nimmermehr zurücke.

Ich weiß ja wol was GOtt und Glück verbindt

Daß da der Mensch Lust und Vergnügung findt.

Komm Liebster komm; Mein Hertze steht dir offen

Was kan ich mehr auf dieser Erden hoffen

Als wenn dem Schluß der Himmel unterschreibt

Daß mir dein Hertz zum Unterpfande bleibt.

Und solt ich nicht dir meine Gluth bekennen?

Du weist das Feur in dem wir müssen brennen

Kein irdisch Dampff kein Nebel hält es ein

Es sucht die Höh’ den Sternen gleich zu seyn.

Mehr: will uns doch die Ariadne weichen

Der meine Treu in allem sich soll gleichen:

Und legt uns doch der Fürst der güldnen Rey

Die Strahlen-Kron der Berenice bey.

Brennt Sterne brennt Dolmetscher unser Sinnen

Last eure Glut nicht diese Nacht zerrinnen

Das stete Licht der unentsunckne Schein

Muß itzt ein Bild von unsrer Liebe seyn.