Ein Buch mit welken Blumen Blättern.
Antophilus war stets gewohnt, der Blu- men Schönheit zu betrachten;
Und sie als Kinder der Natur, als
Er sahe aber auch dabei, daß dieses bunt gemahlte
Ein Sinnbild der Vergänglichkeit, von einer kur-
Er wünschte diese Sinnenlust, sich an den wohl ge-
Auch gerne zu der Winterszeit bey einem strengen
Die Regeln der Natur sind fest, die Zeit bleibt vol-
Und nach der Jahres Zeitenlauf, erfolgt auch die
An Blumen die in Gärten blühn. Der Herbstwind
Verdorrt der Blumen Herrlichkeit, die vor den
Der Schnee verdekt der Blumen Gold, begräbt
Und hüllt die Kinder der Natur in lauter Todten
Anthophilus der dies erfahrn, wie bald die Blumen
Der samlete sich in ein Buch, dennoch ein welkendes
Er laß die schönen Sorten aus, von Tulpen und
Da er von jedem sich ein Blat, das welk und dür-
Ein Firnis, damit sie beschmiert, der hatte diesen
Und eingermassen auch dabei, den sonst gehabten
Das Buch war ihm zur Winterszeit gleich einem
Der ihm der Blumen Herrlichkeit und mannigfalt-
Es sahe Gotthold einst das Buch und wünschte von
Die er uns sonsten noch geschenkt, ein gleiches Denk-
Wie manche Wollthat schenkt er uns, die man aus
Wenn sie nicht mehr nach dem Genus, bei uns noch
Wie viele Proben hätten wir von unsers Schöpfers
Womit er uns hat Lebenslang, als wie mit einer schö-
Vergnügt gemacht das Herz erquikt; allein wo ist
Vor so viel Zeichen seiner Güt, damit er unser Herz
Es wird die rege Herzens Pflicht darum nicht immer
Weil das Gedächtnis unsrer Lust, gleich wie ein
Wie gut wär hier ein Denkbuch nicht, darinnen
Was GOttes Güt an uns gethan was in dem Lebens-