Ein Schreiben uber Meer gesandt/An die Gemein in Engelandt/Aus einer alten Frawe...
Written 1617-01-01 - 1617-01-01
Bekenn Dein Boßheit Vnd Besser Dich Bald,
Fairfax dein Loßheit und deine Gewalt
Am König begangen
Wird nun Lohn empfangen
Wie du hast verdienet
Denn dein ungluck grünet
Zweiffel nicht daran
Du Gottloser Mann.
Ihr Engeländische Eydbrecher
Göttlicher Ordnung wiedersprecher
Wie habt ihr euch gestürtzet
In spott für allen nah' und fern
Da ihr dem König ewrem Herrn
Des lebens Ziel verkürtzet.
Hat Satan euch dann gantz verblendt
Daß ihr euch selbst so habt geschändt?
Wer hat jemals gelesen
Daß solche Leute wie ihr seyt
Auff Erden in der ChristenheitVor zeiten sind gewesen?
Ich bekenn es mit warheit frey
Daß ich von solcher Tyranney
Mein tag nicht hab gehöret:
Nein so alt ich geworden bin
Hab ich kein Volck gesehn vorhin
Vom Teuffel so bethöret
Das seinen König umbgebracht
Vnd ein solch Parlament gemacht
Alß ihr O tolle Thoren
Vnd Parlamentische Auffrührer
Rebellen Teuffels-Rädlein-führer
Satan reitt euch mit sporen.
Der Herr hat euch zum fluch gemacht:
Da ewer itzo wird gedacht
Werdet ihr angespeyet:
Denn ihr habt auß des Satans Rath
Begangen ein Mördersche that
O Leut vermaledeyet!
Sind keine Priester da im Reich
Die auß der Schrifft recht lehren euch?
Vnd diese Wort erklären:
Fürchtet Gott und den König ehrt?
Mercket doch wie ihr seyt gelehrt!
Hast das den König ehren
Wenn man ihm seinen Kopff abschneidt
Vnd die Seele vom leibe scheidt?
Seht doch was ihr begangen!
Ein Gesalbter des Herren ist
Von euch ermordt O Teuffels list
Was hastu angefangen?
O Engelant voll unverstand
Dein schand wird aller welt bekand
Bleibt auch zu allen zeiten:
Du hast dich schändlich wie ich merck
Zu diesem unerhörten werck
Vom Teuffel lassen reiten.
Ihr Ehrvergessne Engeländer
Meyn-Eydge Gotts Ordnung-schänder
Ihr Hirtten mit den Schafen
Lebt ihr in solcher Gottes forcht?
Ist das dem wort des Herrn gehorcht?
Solte Gott euch nicht straffen?
Heist diß die Obrigkeit geehrt?
So hat der Teuffel euch gelehrt
Bey dem ihr habt studieret.
Er gab euch ein die böse that
Saß oben an in ewrem Rath
Hats urtheil proclamieret.
Ich schreib ohn schew die warheit frey
Vnd steh so lang ich leb ihr bey
O ihr Menschliche Teuffel!
Teuffelsche Menschen wilde Thier
Ja ärger alß die Thier seyt ihr
Von Gott verflucht ohn zweiffel
Mit dem Verräther in Schottland
Der euch den König zugesand
Weh euch ihr übelthäter!
O Schottland sehr leid ist es mir
Daß man auch hören soll von dir
Du habst solche Verräther.
O Esel Lesel sieh' wie hast
Du (Wie Judas der lose Gast)
Deinen König geführet
Zur schlachtbank in der sünder händ
Gabst stanck für danck daß dich Gott schänd!
Mehr danck hätt ihm gebühret;
Der dich zum Grafen hat gemacht
Vnd in grosses ansehn gebracht
Den hastu hingegeben.
Er war from meynt du werst sein freund
(Wie es auch scheint) warst aber feind
Das kostet Ihm sein leben.
Sein Maystät hat auff wort gebawt
Deiner falschheit zu viel getrawt
Dadurch ist Er verrahten.
Traw wol und glaube leicht die beid
Machen auch offtmals hertzenleid
Den hohen Potentaten.
Weh' dir du Schott Ischarioth
Du bist schuldig ans Königs todt
Hast geltsummen genommen
Vnd deinen Herrn nach Engeland
Den Phariserrn zugesand.
Weh' dir und auch dem krummen
Cromwel des Fairfax spieß gesell
Der Hencker zieh' euch ab das fell
Geb' ewerm Commandanten
Hammund auch seinen rechten lohn
Hamans Galge zu spott und hoen
Allen seinen verwanten.
Man hört noch täglich wie ihr mordt
Wie lang wollt ihr so fahren fort
Die Frommen zu betrüben?
Ihr schreittet zu weit übers ziel
Machet der armen Waisen viel
Heist das den Nähsten lieben?
Vom Weibe nemt ihr hin den Mann
Meynt ihr Gott hab gefallen dran?
Glaubt frey straff wird Er senden:
Der Waisen seufftzen hört der Herr
Der Wittwen tränen sammelt Er
Nimpt sich an der Elenden.
Ihr habt in ewrem Königreich
Derselben tränen viel auff euch
Schwer werden sie euch fallen
Auffs hertz in ewer letsten noth
Wann heran treten wird der tod;
Diß sag ich euch und allen.
Die lieb zur Obrigkeit macht daß
Ich euch und ewers gleichen haß
Als Teuffels Mitgesellen
Vnd ungetrewe Vnterthanen
Ihr Engeländsche Wetterhanen
Meutmacher und Rebellen:
Ich kan euch sonst nicht tituliern
Nichts gutes ist an euch zu spührn
Die Liebe nicht zufinden.
Ihr habt vergossen Königs blut
Wie kan ein Christ diß heissen gut?
O ihr verkehrte blinden.
Habt ihr an David nicht gedacht
Hat ders mit Saul also gemacht?
Wolt Er sein hand auch legen
An den Gesalbeten des Herrn?
Nein sprach Er daß sey von Mir fern.
Er ließ sich nicht bewegen
Zu tödten den der ihn doch hasst:
Er war ihm so nah daß er fasst
Den zipfel seines Kleides;
Ließ ihn dennoch gehn unversehrt
Damit er Vnterthanen lehrt
Köngen zu thun nichts leides.
Was gab Er auch fur Bottenbrot
Dem der zu ihm sprach Saul ist todt
Vnd ich hab ihn erschlagen?
Must nicht dafur der armer Tropff
Wieder einen blütigen Kopff
In seinem Grabe tragen?
Ja recht Gott geb euch gleichen lohn
Weil ihr die Königliche Cron
Habt mit dem haubt geraubet.
Der Herr ist Gerecht im Gericht
Wirds lassen ungestraffet nicht
Schrecklich wirds gehn das glaubet.
Ihr habt den Königlichen Rock
(Verflucht sey ewer Beil und Block!)
Auß neid gemachet blütig.
Euch ewrem König wiedersetzt
Sein Edles blut gering geschetzt
Ihr Henckers Buben wütig!
Wisst ihr nicht daß ihr schüldig seyd
Zu gehorchen der Obrigkeit
Welche die Schrifft nennt Götter?
Wer sie nicht ehrt der unehrt Gott
Vnd helt seine Gebott für spott.
Seyt ihr denn nu nicht Spötter?
O Spötters hauß wie will dirs gehn?
Gib acht du wirst bald wunder sehn;
Ein großes feur vom Herren
Das in Teutschland lang hat gebrand
Komt nun zu dir in Engeland
Dich im grund zu verzehren.
Dann wird geschändt dein Parlament
Vnd du Fiarfax wirst im Elend
Für schmertzen lamentiren.
Es kompt daher ein grosse meng
Wird Engeland dir machen eng
Das wirstu sehn und spühren
Ja fühlen merck wol was ich sag
Dein unglück kompt nah' sind die tag
Was gilt es? ich will wetten
Von den vier Winden kompt ein Rauch
Blitz Donner Sturm und Hagel auch
Niemand wird dich erretten.
Schrecklich wirds gehn wie wiltu stehn
Wann du das Volck wirst kommen sehn
Des Königs blut zu rächen?
Du Mörder Lügner Schelm und Dieb
Es mag dir seyn leid oder lieb
Ich muß die Warheit sprechen.
Schelm tituliert dich jedermann
Denn du hast wie ein Schelm gethan
Schelm sind auch dein Gesellen
Dieb Mörder Lügner Satan gleich
Er ist ew'r Herr wird lohnen euch
Hir oder in der Hellen.
Ihr wollt England im freyen stand
Gern sehn und seyn wie in Holland
Die Hoch Edle Herrn Staten:
Aber nein das geht euch nicht an
Keiner von ihnen sagen kan
Solch Mord und Teuffelsch thaten.
Ihr habt den König decollirt,
Dem Reich den besten Schatz entführt
Vbel wirds euch bekommen
Ja eben wie dem Hund das graß
Es ist euch gesagt mercket das.
Der Herr behüt die Frommen
Halt über sie sein gnaden hand
Ohn zweiffel sind noch in England
Auch viel die sich betrüben
Vber diesen schmählichen todt;
O Gott hilff allen auß der Noth
Die ihren König lieben.
Kein Obrigkeit ist ohn von Gott
Ein Christ helt willig ihr Gebott
Wil gern obediiren
Lehnet sich nicht (wie Fairfax hauff)
Wieder König und Fürsten auff
Begehrt nicht zu regieren.
O lieben Leut weils Gott gebeut
Gehorsam seit der Obrigkeit
Ja auch den wunderlichen
Wenn sie schon wieder Eyd und Ehr
Gehandelt hätte oder wer'
Vom rechten weg gewichen.
Stellt es Gott heim sein ist die Rach
Suchet ihr Frieden jagt ihm nach
Werdet nicht wiederspännig.
Greiffet dem Herrn nicht in das Schwerd
Daß ihr nicht werdt dadurch verzehrt.
Bleibet stets unterthänig
Der Herr ist nah' kompt zum Gericht
Seyt guter Hoffnung zweiffelt nicht
Befehlet ihm die sachen:
Er ist Gerecht trawt ihm nur schlecht
So werdet ihr alß trewe Knecht
Nach trauren frölich lachen.
Hiemit ade.
Der sehn will seh'
Wie Gott dem alten Drachen
Zubinden wird den Rachen
Das böse from
Gerad das krom
Das unrecht richtig machen
Vnd all die sein
Gehorsam sein
Bewahren und bewachen.
Wer gern mit Alten Frawen streitt:
Der bleibt ein Narr seins lebens zeit
Seht doch da kompt ein Adeler
Auß dem Krug-hauß geflogen her
Zu einer alten Frawen:
Tritt sein herein wie ein Captein
Ansehnlich und bringt ein Brieflein
An Sie in seinen klawen.
Ob er wol ein Raub-vogel ist
Scharffsinnig klug und voller list
Helt Tauben keinen glauben:
Trawt doch die Alte Fraw das best
Vnd glaubet fest auß ihrem Nest
Werd er kein Tauben Rauben.
Seyt freundtlich gegrüst J.J.A.
Sehr gern hat angenommen
Die alte Frawe A.O.H.
(Ein Freundinn aller Frommen)
Ewern Brief der Sie Reformirt
Vnd sein zur Sanfftmuth führet
Die auffs höhst alle Menschen ziert
Den Wittwen auch gebühret.
Sie erkennt das ihrs trewlich meynt
Vnd lust zum friede traget;
Drumb nennet sie euch ihren Freund
Weil ihr auch fried behaget.
Daß aber Sie im schreiben schendt
Schelm und Dieb tituliret
Die losen Leut im Parlament
Denen kein Ehr gebüret
Dran hat sie recht gethan thuts noch
Vnd will darbey auch bleiben
Bitt last es euch gefallen doch
Vnd tadelt nicht ihr schreiben.
Sie hat es noch kein mal berewt
Wird es auch nicht betrauren
Will schreiben warheit ungeschewt
Für Herrn Bürgern und Bauren.
Denn sie hat in der Heil'gen Tauff
Dem Teuffel abgesaget
Darumb sie nicht wie Fairfax hauff
Nach seiner freundtschafft fraget.
Die lobens werth sind lobt sie mit
Liebt alle die Gott lieben
Vnd hasst dawieder helfft kein bitt
Die sich in boßheit üben:
Die losen leute sonderlich
Die ihren eigen Herren
Getödtet die wird sie weiß ich
Ihr leben lang nicht ehren.
Schand sind sie wert schand haben sie
Schand müssen sie behalten
Werden verfluchet späth und früh
Von Jungen und von Alten.
Ein rechter Christ kan Fairfax that
Nicht gut heissen noch preisen
Der Ehr und Redlichkeit lieb hat
Schelmen kein Ehr beweisen.
Wenn schon der Babst von Rom es thät
Ja stunds auch im Calender;
Wird doch A.O.H. wie geredt
Nicht ehren die Gottschänder.
Wie solts seyn möglich daß Sie könt
Die Teuffels-köpffe Ehren?
Sie macht' sich theilhafft frembder sünd
Das lest Sie sich nicht lehren.
Sie bleibt bey warheit liebt das Recht
Lest sich daran genügen
Hat ihren eignen Kopff (ist schlecht)
Wie die Gänß im Land Rügen
Achtet nicht mehr Welt-schand noch ehr
Sitzet auch nicht gern Oben:
Drumb möget ihr frey ohn beschwer
Sie lästern oder loben
Die ehr hab Gott sie bleibt ohn schand
Weil sie den Herren ehret
Vnd diß in ihrem Witwen-stand
Zu thun auch ander lehret.
Sie ist ein Feindinn der boßheit
Bleibts auch wills recht entdecken
Lest sich davon durch Satans neid
Auch nicht durch Gecken schrecken.
Was Gott gefelt für gut sie helt
Bleibet dabey ohn wancken
Der sie gestellt hat in die Welt
Kennt sie weis ihr gedancken.
Darumb rath ich euch last sie gehn
Sicher auff ihren wegen
Die wieder sie zum streit auffstehn
Werden kein Ehr einlegen.
Wer sich an alten Kesseln reibt
Gern streitt mit alten Frawen
Derselb nicht unbesudelt bleibt
Das sag ich euch in trawen.
Hiemit Ade flieht wieder hin
Setzet euch frölich nieder
Im Krug-hauß zur Fraw Krügerinn
Erquicket ewer glieder;
Drinckt aller alten Frawen Schaal
Daß Sie beym leben bleiben
Sie werden euch dafür einmal
Dancken in ihrem schreiben.
Hanna die Prophetinne hat
Niemals gehört von solcher that
Alß Fairfax hat betrieben.
Hätt sie gekant solch Schelm und Dieb
Sie hätt auß lieb zur waren Lieb
Scharff wieder Sie geschrieben.
Denn alle fromme Annen
Müssen solche Tyrannen
Verfluchen und verbannen
Kein gut hertz kan Sie lieben.