Ein wolkenschwerer enger Tag

By Max Dauthendey

Written 1892-01-01 - 1892-01-01

Ein wolkenschwerer enger Tag,

Wie ich ihn in der Heimat mag,

Liegt über Reisfeld und Vulkan.

Der Morgen sieht sich dunkel an.

Und der Mimosenbäume Zeile

Windstill am Wege. Und ich teile

Den Ernst der Straße, die gebleicht

Wunschlos in graue Fernen reicht.

Und lautlos, wie nur Vögel fliehen,

Javanen durch die Felder ziehen.

Sie eilen wie Gedanken fort

Und grüßen nur mit Flüsterwort.

Lautlos zu sein, ist ihr Behagen.

So still; man hört die Wolken fragen:

Wo will der Weg der Menschen hin?

Wunschlosigkeit gibt frommen Sinn.