Ein zweites

By Friedrich Hebbel

Written 1847-01-01 - 1847-01-01

Und ob mich diese Zweifel brennen müssen?

So rufst du aus und mögtest es verneinen,

Auch mag der Frost dir unerträglich scheinen,

Der oft dich schüttelt bei der Muse Küssen.

Doch sprich: wenn deinen schöpf'rischen Ergüssen,

In denen alle Wonnen sich vereinen,

Die Schmerzen fehlten, stünden nicht mit Weinen

Die Brüder fern so einzigen Genüssen?

Drum nimm sie hin, die Ungerechtigkeiten

Der Welt, die dir die Luft des Daseins trüben

Und bittern Zwiespalt in dir selbst erwecken.

Sie sind bestimmt, von Anbeginn der Zeiten,

Die höhere Gerechtigkeit zu üben

Und einen Zwiespalt größ'rer Art zu decken.