Eine unruhige Nacht

By Wilhelm Busch

Written 1870-01-01 - 1870-01-01

Einszweidrei, im Sauseschritt,

Läuft die Zeit; wir laufen mit. –

Julchen ist hübsch kugelrund

Und schon ohne Wickelbund. –

Es ist Nacht. – Frau Doris ruht,

Während Knopp das Seine tut.

Aber Julchen in der Wiegen

Will partu nicht stille liegen.

Er bedenkt, daß die Kamille

Manchmal manche Schmerzen stille.

Wirkungslos ist dieser Tee.

Julchen macht: rabäh, rabäh!

Lieber Gott, wo mag's denn fehlen?

Oder sollte sonst was quälen?

O wie gern ist Knopp erbötig,

Nachzuhelfen, wo es nötig.

Aber weh, es will nicht glücken,

Und nun klopft er sanft den Rücken. –

Oder will's vielleicht ins Bette,

Wo auf warmer Lagerstätte

Beide Eltern in der Näh?

Nein, es macht: rabäh, rabäh!

Schau! Auf einmal wird es heiter. –

Knopp begibt sich eilig weiter

Und bemerkt nur dieses noch:

„Ei potztausend! Also doch!!“