Einem Greis

By Nikolaus Lenau

Written 1838-01-01 - 1838-01-01

Das Haar schneeweiß,

Die Wangen so hohl,

Bald, bald Lebwohl;

Und noch die Stirne so heiß?

Dein Schifflein stoßt

Schon ins Meer, zum Land

Streckst du die Hand

Noch, überhangend, um Trost;

Um Trost und Genuß,

Um Hab und Halt,

Und bist schon so alt:

„O daß man sterben muß!“

Zieh ein die Hand!

Den Bück hinaus

Ins Meer! nach Haus!

Denk an den ewigen Strand!

Nicht scheide so schwer;

Wenn du rückverlangst

Und überhangst,

So sinkst du hinab ins Meer.