Einem grollenden Dichter

By Betty Paoli

Written 1854-01-01 - 1854-01-01

Du wandelst grollend durch das Weltgetriebe

Und stolz darauf, die Menschheit zu verachten.

Kaum gut genug dünkt dich ihr Thun und Trachten

Für deines Spottes scharfe Geißelhiebe.

O daß der thöricht eitle Wahn zerstiebe!

Nicht länger laß' ihn deinen Blick umnachten!

Das echte Gold ruht in des Herzens Schachten

Und jedes Kunstwerks Seele ist die Liebe. –

Des Künstlers Sendung ist es Licht zu flößen

In alle Geister, mild zu sein den Armen,

Und milder noch den Unheilvollen, Bösen.

An seiner Gluht soll ja ihr Frost erwarmen;

Wie aber könnte Jener sie erlösen,

Der sie nicht liebt mit göttlichem Erbarmen?