Einem Siegelschneider in's Stammbuch:

By Johannes Plavius

Vor alters war ein wort des mannes zaum vnd ziegel;

Die sporen lieb' vnd gonst; die spießruth' ehrbarkeit;

Der sattel gottesforcht; der schmuck war frömmigkeit:

Ein auffrichtiges hertz' vnd einfalt waren bügel.

Hernach wie mich bedünckt bekam die trewe flügel

Vnd flog vns in die hand. Hierauff nach kurtzer zeit

Als sie die hand verließ verkroch sie sich in'n eidt:

Nun man sie da nicht findt so sucht man sie im siegel.

Die siegel grabet jhr vnd seyd darauff bedacht

Wie jhr der trewe merck auff stahl vnd eisen macht

Denn rechte deutsche trew' ist stahle zu vergleichen.

O trewe tewres gut wo bistu kommen hin?

Von dir weiss weder mund noch rechte hand noch sinn.

Der künstler sucht die selbst noch macht er deine zeichen.