Eines Englischen Hundes

By Hans Aßmann von Abschatz

Written 1672-01-01 - 1672-01-01

Mein Leser unter diesem Steine

Ruht Rodomonds Gebeine

Der in der Blütte seiner Jahr

Ein Ausbund schöner Hunde war

Der sich als einen Held in Kampff und Streit erwiesen

Und wegen seiner Treu vor andern wird gepriesen.

Der unter tausend klugen Hunden

Verständig ward erfunden.

Der ihm durch ungemeine Kunst

Verdient des Herren gutte Gunst

Der Freunde Lieb und Hold der Feinde Furcht und Schrecken

Das nach dem Tode noch sein Nahme kan erwecken.

Zwar hat das Ende seinem Leben

Ein schwerer Tod gegeben

Doch siel er als ein kühner Held

Von keiner schnöden Hand gefällt.

Er kan die Kranckheit nicht sie ihn nicht überwinden

Ihn muß ein heißes Bley auff grüner Au entbinden.

Der Schiffer fürcht sich nicht in Wellen

Sein Grabmahl zu bestellen.

Der Bergmann zieht dem Tode nach

In Pluto finstres Schlaff-Gemach:

Ein Held wird ihm sein Grab mit Blutte lieber färben

Als auff gemeine Weis' in siechen Lager sterben.

Muß gleich der Leib im Tode büssen

Den Staub der Bayre küssen

So bleibt doch der bekandte Ruhm

Sein unvergänglich Eigenthum.

Es schreibt sein hohes Lob bey Phöbus Wagen-Räder

Mit Diamanten an gelehrter Leute Feder.

Du dem sich im fürüber-reisen

Diß schlechte Grab wird weisen.

Spreit über dieses Todten-Hauß

Mit vollen Händen Blumen aus

Und wo noch Rodomund so viel ist werh gewesen

Bemüh dich beygefügt sein Testament zu lesen.