Einfluß der Witterung.

By Barthold Heinrich Brockes

Wann der Himmel aufgekläret, und der Sonnen helle

Glut

Alle Vorwürff’ übergüldet; wann das Heer der Winde

ruht;

Deucht mich, daß bey dieser Stille, bey dem allgemeinen

Schein,

Da, in süssem Gleich-Gewicht, Lufft und Erd’ und Fluth sich

schmücken,

Wir zu zärtlichen Gedancken, etwas lieblichs auszudrücken,

Und was schönes zu beschreiben, besser aufgeräumet seyn.

Wann hingegen dunckle Wolcken, oder Wind, die Lüfte

füllen,

Und der Schönheit Quell, die Sonne, durch geschwärtzten

Dufft verhüllen;

Deucht mich, daß zu ernsten Lehren,

Auch die Wirckung der Natur zu versuchen, zu erklären,

Unsre Seelen-Kräffte fast fähig- und geschickter wären.